Von Heinz Schneider (Text) und Irene Schneider (Fotos)
Und tschüss! Am Montag verabschiedeten sich die Gäste des Jubiläumstreffens von «Akzo Nobel» und seinem Netzwerk «Acoat Selected» nach und nach von Sardinien und ihren Gastgebern. Im Gepäck: neue Anregungen, gute Gespräche und vermutlich der eine oder andere hartnäckige Ohrwurm. Viel Schlaf dürfte bei manchen hingegen nicht dabei gewesen sein. Die Dinnerparty am Vorabend hatte für die meisten lange nach Mitternacht geendet, für einige erst in den frühen Morgenstunden. Ein Netzwerk will schliesslich gepflegt werden. Gelegentlich auch ausserhalb der üblichen Geschäftszeiten.
Zum Abschluss der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen von «Acoat Selected» zeigte sich die Insel nochmals von ihrer gastfreundlichen Seite. Ein herrlicher Frühherbstabend mit sommerlichen Temperaturen lieferte die Kulisse, die Gartenanlage des Hotels den passenden Rahmen. Gefeiert wurde im Pavillon direkt an der weitläufigen Swimmingpool-Landschaft. Für einmal ging es weder um Kennzahlen noch um effizientere Betriebsabläufe. Höchstens um die Frage, wie sich ein solcher Abend möglichst lange auskosten lässt.
Schon der Empfang am Pool machte deutlich, dass hier niemand hungrig in die eigentliche Feier starten musste. Ein Buffet mit sardischen Köstlichkeiten diente als Apéro – wobei diese Bezeichnung angesichts des Angebots fast ein wenig bescheiden wirkte. Es war eine jener kulinarischen Einladungen, bei denen man sich fest vornimmt, für das Dinner noch Platz zu lassen. Und diesen Vorsatz am nächsten Teller bereits neu verhandelt. Sardinien versteht es eben, seine Gäste zu überzeugen. Nicht nur mit Meerblick.
Dazu erklangen Gitarre und Gesang: Mit den Queen-Songs «Crazy Little Thing Called Love» und «Love of My Life» bekam der Empfang eine ebenso beschwingte wie gefühlvolle Note. Letzteren schrieb Freddie Mercury im Jahr 1975 für das Album «A Night at the Opera». Ein Lied, das seit Jahrzehnten Menschen verbindet – und damit bestens zu einem Abend passte, an dem langjährige Partnerschaften gefeiert wurden.
Im Pavillon blieb die musikalische Richtung dieselbe. Nur die Lautstärke änderte sich erheblich. Die Band «Radio Queen» drehte auf und spielte sich durch die Hits, die ihre britischen Vorbilder zu Weltstars gemacht hatten. Aus dem sanften Auftakt am Pool wurde ein mitreissender Konzertabend. Wer geglaubt hatte, nach einem intensiven Konferenztag seien die Energiereserven aufgebraucht, durfte seine Einschätzung korrigieren.
Das Publikum jedenfalls musste nicht lange zum Mitmachen überredet werden. Die Gäste begleiteten jedes Lied mit rhythmischem Klatschen und spendeten anschliessend frenetischen Applaus. Songs, die viele seit Jahren oder Jahrzehnten kennen, entfalten ihre ganz eigene Wirkung: Die ersten Takte genügen, und aus einer Gesellschaft von Branchenkollegen wird ein begeistertes Konzertpublikum. Über Marktveränderungen lässt sich diskutieren. Beim richtigen Queen-Refrain ist die Einigkeit deutlich schneller hergestellt.
So bekam das Treffen nach Fachvorträgen, Zukunftsfragen und persönlichen Begegnungen einen Abschluss, der vor allem eines durfte: Freude machen. Gastgeber und Gäste feierten bis weit in die Nacht hinein. Dass am Montag für die meisten bereits die Heimreise anstand, war offenbar kein ausreichender Grund, den Sonntag vorschnell zu beenden.
Mit der Abreise kehrt nun der Werkstattalltag zurück. Termine warten, Kunden ebenso, und die Lackierkabine kennt keine Zugabe. Doch von Sardinien bleibt mehr als die Erinnerung an einen gelungenen Abend. 50 Jahre «Acoat Selected» stehen auch für Verbindungen, die über Produkte und Aufträge hinausgewachsen sind. Am Montag hiess es deshalb zwar «Und tschüss!» – aber ganz bestimmt nicht zum letzten Mal: «We will rock you.»