Dennis Schneider (Text)

Das Blech lässt sich richten. Die Rechnung oft nicht. Nach dem Hagelunwetter vom 28. August 2026 schätzt der Schweizer Fahrzeugbewerter und Datenanbieter Auto-i-Dat über 100 000 beschädigte Fahrzeuge. Rund 40 Prozent könnten wirtschaftliche Totalschäden sein – rechnerisch über 40 000 Autos. Eine Schätzung, keine abgeschlossene Versicherungsbilanz.

Die Wucht zeigt sich in der Schadenabwicklung: Im August stieg die Zahl der über den Auto-i-Dat-E-Service übermittelten Elementarschäden gegenüber dem Vorjahresmonat um über 639 Prozent. Bis zum 24. September waren bereits 264 Prozent mehr Fälle eingegangen als im gesamten September 2025. Diese Zahlen erfassen allerdings nur die Vorgänge im untersuchten System.

Auch die durchschnittlich erfassten Schadenkosten kletterten: bei Versicherungen um 23 Prozent, bei Reparaturbetrieben um gut 50 Prozent. Pauschal erfasste Totalschäden können die Durchschnittswerte allerdings verzerren. Die Zunahme lässt sich deshalb nicht einfach mit teureren Reparaturen gleichsetzen.

Auf dem Occasionmarkt bleibt der grosse Preisruck bisher aus. Zwar häufen sich Angebote mit deklarierten Hagelschäden und teilweise kräftigen Abschlägen. Einen messbaren Einfluss auf die allgemeinen Occasionpreise stellt Auto-i-Dat bislang aber nicht fest. Viele Dellen ergeben eben noch keinen Schnäppchenmarkt.