Dennis Schneider (Text)

In Spanien ist die Zahl der Carrosserie- und Lackbetriebe innert 15 Jahren um 35 Prozent geschrumpft – Carwing hat über den Werkstatt-Kahlschlag berichtet. Jetzt melden französische Carrossiers Schwierigkeiten beim Verkauf ihrer Arbeitsstunden und sinkende Margen. Wie lange trägt sich das Reparaturgeschäft noch? Auch Schweizer Betriebe sollten genauer hinsehen.

Die Rückmeldungen aus Frankreich haben es in sich: 57 Prozent der befragten Carrosseriebetriebe tun sich schwer, ihre Arbeitsstunden zu verkaufen. Die Hälfte nennt sinkende Margen als wichtigsten Belastungsfaktor. Und 74 Prozent blicken besorgter in die Zukunft als noch 2025.

Befragt hat die FFC Mobilité Grand Sud-Ouest, die regionale Vertretung des französischen Carrosserieverbands im Südwesten des Landes, 110 Mitgliedsbetriebe. Das Stimmungsbild zeigt, wo der Schuh drückt: Bei Ferngutachten beurteilen 45 Prozent das Verhältnis zum Gutachter als angespannt. Bei einer Begutachtung vor Ort sind es lediglich zehn Prozent.

Auch die mechanischen Werkstätten kommen kaum vom Fleck. Laut dem französischen Wirtschaftsforschungsunternehmen Xerfi blieb der Umsatz unabhängiger Reparaturwerkstätten von Januar bis August 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum unverändert. Autozentren erreichten immerhin ein Plus von 1,6 Prozent.

Der langfristige Betriebsrückgang in Spanien und die Sorgen französischer Verbandsmitglieder sind unterschiedliche Entwicklungen. Zusammen werfen sie jedoch eine brisante Frage auf: Wie viel bleibt den Betrieben von ihrer Arbeit?

Für Schweizer Carrossiers lohnt sich deshalb der Blick auf die eigene Kalkulation: Werden Diagnose, Dokumentation, Nachträge und Rückfragen vollständig erfasst und verrechnet? Wo bleibt unbezahlter Aufwand hängen?