Carwing-Redaktion (Text)

Michael Jordan hat in seiner Karriere bekanntlich nicht nur Körbe versenkt, sondern auch Begehrlichkeiten geweckt. Schuhe, Trikots, Erinnerungsstücke – alles, was mit dem wohl berühmtesten Basketballspieler seiner Generation zu tun hat, besitzt heute eine fast magische Anziehungskraft auf Sammler. Nun hat das Auktionshaus «Joopiter» zwei besonders prominente Stücke aus Jordans Vergangenheit versteigert. Eines davon trägt keinen Namen auf dem Rücken, sondern ein springendes Pferd auf der Haube.

Es handelt sich um einen roten Ferrari 550 Maranello von 1997, den Michael Jordan selbst gefahren ist. Und weil bei solchen Autos längst nicht mehr nur Blech, Leder und zwölf Zylinder bezahlt werden, sondern vor allem Geschichten, geriet die Auktion erwartungsgemäss zum kleinen Nervenspiel.

«Joopiter» hatte den Ferrari auf 700 000 bis 1,3 Millionen Franken geschätzt. Schon das wäre für einen 550 Maranello ein stolzer Betrag gewesen. Doch die Bieter kannten offenbar wenig Zurückhaltung. Nach einem intensiven Gefecht fiel der Hammer schliesslich bei rund 2,7 Millionen.

Damit kostet Jordans Ferrari ungefähr das Zehnfache dessen, was für ein normales Exemplar aufgerufen wird. Wobei «normal» bei einem Ferrari 550 ohnehin ein etwas gewagtes Wort ist. Schliesslich steckt unter der langen Haube ein 5,5-Liter-V12, und geschaltet wird noch auf jene herrlich mechanische Art, bei der Metall auf Metall trifft und jeder Gangwechsel ein kleines akustisches Ereignis ist.

Jordan kaufte den Ferrari Ende Mai 1997 bei «Foreign Cars Italia» in North Carolina. Die Fahrgestellnummer 108712 gehört zu einem von insgesamt 3083 gebauten 550 Maranello. Unter Jordans Regie sammelte der Wagen rund 6400 Meilen. Viele davon entfielen auf Fahrten zu Spielen und Trainings der Chicago Bulls. Man darf sich also durchaus vorstellen, wie Jordan nach einer Partie in den tiefen Sitz sank, den Zwölfzylinder zum Leben erweckte und mit dem Illinois-Kennzeichen «MJ 5» am Heck in die Nacht verschwand. Diskret war anders.

Wie sehr der Name Jordan den Puls der Sammler beschleunigt, zeigte auch das zweite Los der Auktion. Unter den Hammer kam das sogenannte «Last Dance»-Trikot, das Jordan 1998 in den NBA-Finals trug. Es wechselte für rund zwölf Millionen Franken den Besitzer und wurde damit zum teuersten jemals versteigerten Basketballtrikot.