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    Neues CFS-Mitglied: Matos Mobility setzt auf smarte Reparaturen

Heute: Matos Mobility Sàrl, Courtaman (FR)

Courtaman liegt dort, wo die Schweiz langsam die Sprache wechselt. Zwischen Fribourg und Murten ist der Röstigraben weniger Graben als fliessender Übergang – und mittendrin, an der Route de l’Industrie, hat «Matos Mobility Sàrl» seinen Sitz. Doch wer das neue CFS-Mitglied kennenlernen will, sollte nicht darauf wetten, hier jederzeit die ganze Mannschaft anzutreffen. Denn während eine klassische Werkstatt darauf wartet, dass beschädigte Autos durchs Werkstatttor rollen, drehen die Freiburger das Prinzip bei Bedarf kurzerhand um: Sie fahren auf Wunsch der Kundschaft und soweit möglich dorthin, wo das Blech sie braucht.

Das passt gut zu einem Unternehmen, das sich seit über zwanzig Jahren mit der lackschadenfreien Ausbeultechnik beschäftigt. Wo andere zunächst Schleifpapier, Spachtel und Lackierpistole bemühen, wird hier versucht, das beschädigte Blech mit möglichst wenig Eingriff wieder in Form zu bringen. Zum Angebot gehören darüber hinaus klassische Carrosseriearbeiten, Lackierungen, Fahrzeugverglasung, Hagelschadenreparaturen und weitere alternative Reparaturmethoden.

Dass dabei nicht einfach nach Augenmass gearbeitet wird, zeigen zwei Zertifizierungen: Erstens ISO 9001 für Qualitätsmanagement. Dahinter steckt mehr als ein Zertifikat für die Bürowand: Qualitätsrelevante Abläufe müssen definiert, überwacht, bewertet und laufend verbessert werden. Ziel sind verlässliche Prozesse, konstante Qualität sowie die Einhaltung von Kunden- und regulatorischen Anforderungen. Hinzu kommt ISO 14001 für Umweltmanagement. Diese Norm verlangt ein strukturiertes System, mit dem relevante Umweltauswirkungen erkannt, gesetzliche Verpflichtungen berücksichtigt, Risiken gesteuert und die Umweltleistung kontinuierlich verbessert werden.

Hinter Matos Mobility stehen die drei in Portugal geborenen Brüder Sérgio, José und Luís Matos, wobei Luís nicht ständig für das Unternehmen tätig ist. José Matos leitet die Werkstatt, empfängt die Kundschaft und verantwortet die Qualitätskontrolle. Zudem führt er alternative Ausbeularbeiten durch und kümmert sich um Montage und Demontage der Fahrzeuge. Bruder Sérgio führt das Team im Bereich der alternativen Ausbeultechnik. Ergänzt wird die Mannschaft durch Suzano Oliveira und Miguel Monteiro.

Lernende beschäftigt der Betrieb derzeit keine. Das Thema, inklusiv der dreijährigen Ausbildung zum Carrosseriereparateur, wird allerdings laufend neu beurteilt. «Diese Ausbildung ist zu begrüssen, da sie vielseitige Kompetenzen vermittelt, die den heutigen Anforderungen der Branche entsprechen», sagt Werkstattleiter José Matos. «Wir beobachten diese Möglichkeit deshalb mit Interesse.»

Überhaupt zeigt sich das Unternehmen offen für Veränderungen. Einen hohen Stellenwert hat die Digitalisierung. Interne Fahrzeugverfolgung, Fotodokumentation, ausgeführte Arbeiten, Fakturierung und die Kontrolle der Rechnungsbeträge werden digital erfasst. Das soll die Nachvollziehbarkeit verbessern und Fehler reduzieren – wenig spektakulär vielleicht, aber im Werkstattalltag genau jene Sorte Fortschritt, die am Ende Zeit, Nerven und Diskussionen spart.

Dass der Firmenname nicht nur auf Werkstattfahrzeugen auftaucht, zeigt ein Blick in den Radsport. Matos Mobility engagiert sich als Sponsor eines Frauen-Radsportteams. 2026 wurde Ana Caramelo im Trikot von Matos Mobility–Flexaco–IHS portugiesische Meisterin im Einzelzeitfahren.

Seit Kurzem gehören die Freiburger zum Netzwerk von CFS. Kennengelernt habe man dieses über berufliche Kontakte innerhalb der Branche und im Zusammenhang mit den Bestrebungen rund um Qualitäts- und Umweltzertifizierungen, sagt José Matos. Für den Beitritt sprachen mehrere Gründe: Der Zugang zu einem anerkannten Netzwerk, der Austausch bewährter Praktiken, Unterstützung in den Bereichen Qualität und Umwelt sowie Möglichkeiten für Weiterbildung und Zusammenarbeit.

«Wir möchten in diesem Umfeld Partnerschaften aufbauen, Fachwissen austauschen, Zugang zu relevanten Weiterbildungen erhalten und die Schadenabwicklung schneller sowie einheitlicher gestalten», bringt es José Matos auf den Punkt. Gleichzeitig will das Unternehmen nicht bloss profitieren, sondern eigenes Know-how einbringen. Dazu gehören die Erfahrung mit lackschadenfreier Ausbeultechnik, mobile Einsätze und der Umgang mit stark erhöhtem Arbeitsaufkommen nach Hagelereignissen. Gerade wenn der Himmel innert weniger Minuten Tausende Autos in Golfballoptik verwandelt, sind funktionierende Abläufe und erfahrene Spezialisten schliesslich Gold wert.

Entsprechend wichtig ist die Schadensteuerung. «Sie ist von zentraler Bedeutung, um alle Beteiligten zu koordinieren, die Kosten im Griff zu behalten, Durchlaufzeiten zu verkürzen und jedes Fahrzeug der jeweils geeigneten Reparaturmethode zuzuführen», sagt José Matos. Das klingt sachlich, beschreibt aber ziemlich genau die Philosophie des Betriebs: Nicht einfach reparieren, sondern zuerst überlegen, welche Methode für welchen Schaden tatsächlich Sinn ergibt.

Damit passt der Betrieb gut in ein Netzwerk, das vom Austausch unterschiedlicher Kompetenzen lebt. Und vielleicht passt auch der Standort besser dazu, als man zunächst denkt. Courtaman liegt eben nicht nur zwischen Fribourg und Murten, zwischen Deutsch und Französisch. Der Ort liegt auch ziemlich passend zwischen klassischem Carrosseriehandwerk und modernen Reparaturmethoden. Genau dort hat sich Matos Mobility eingerichtet.

Die «PPG Switzerland GmbH» (Konzerntochter von PPG) und die Belfa AG (Importeurin von PPG) arbeiten daran, das Netzwerk «Certified First Switzerland» in der Schweiz zu etablieren. Wir stellen die Betriebe, die sich zum Mitmachen bei «CFS» entschlossen haben, in loser Folge vor.