Von Heinz Schneider (Text)
Der Startschuss ist gefallen. Seit Mittwoch, 23. September 2026, wird an der Berufs-WM in Shanghai nicht mehr erklärt, vorbereitet oder taktiert – jetzt wird gearbeitet. Und zwar unter Bedingungen, bei denen jeder Handgriff sitzt oder eben Punkte kostet.
Mitten im internationalen Teilnehmerfeld stehen auch die beiden Schweizermeister Davide Manieri bei den Carrosserielackierern und Gilles Glauser bei den Carrosseriespenglern. Für den Berner Glauser bedeutet das bis Samstag ein Programm, das kaum Raum für Nervosität lässt. Er muss unter anderem ein beschädigtes Fahrzeug präzise vermessen, ein hinteres Carrosserieteil fachgerecht ersetzen sowie Richt- und Kunststoffreparaturen ausführen.
Gefragt sind dabei nicht bloss Tempo und handwerkliches Können. Entscheidend sind Masshaltigkeit, saubere Fügetechnik, ein sicherer Umgang mit modernen Materialien und die konsequente Einhaltung der Herstellervorgaben. Kurz gesagt: Was in der Werkstatt bereits Präzisionsarbeit ist, wird an der Berufs-WM zur Millimeterprüfung unter internationaler Beobachtung.
Gilles Glauser vertritt das Schweizer Carrosseriehandwerk auf der grösstmöglichen Bühne seines Berufs. Und dort zeigt sich bis Samstag, wer auch dann ruhig bleibt, wenn die Uhr läuft, die Jury genau hinschaut und ein halber Millimeter plötzlich ziemlich viel sein kann.