Von Heinz Schneider (Text)
Vom 13. bis 15. November 2026 wird in Emmen gesponnen. Allerdings nicht im übertragenen Sinn – oder zumindest nicht nur. «Repanet Suisse» lädt seine Netzwerkmitglieder zur Jahreskonferenz in die Spinnerei Emmen, ein Eventlokal, das mit viel Industriecharme, moderner Architektur und jener Portion Patina aufwartet, die heute selbst in den schicksten Metropolen als ausgesprochen en vogue gilt. Backstein statt Ballsaal, Geschichte statt Hochglanzkulisse. Wobei man bei «Repanet Suisse» ziemlich sicher sein darf: Am Glanz wird es trotzdem nicht fehlen.
Nach dem grossen Jubiläumsanlass zum zehnjährigen Bestehen 2024 im Europa-Park in Rust schlägt das Netzwerk damit ein neues Kapitel auf. Oder, passend zum Austragungsort: Es nimmt den nächsten Faden auf. Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Denn wer die bisherigen Treffen kennt, weiss, dass dort zwar «Konferenzen» draufsteht, aber selten nur «Konferenz» drin ist. Fachwissen, Networking, Unterhaltung und ein gewisser Hang zur gepflegten Inszenierung gehören traditionell zum Programm.
Schon bei der Wahl der Unterkünfte bleibt man dem Prinzip «für jeden Geschmack etwas» treu. Die Gäste logieren wahlweise im Continental direkt beim Bahnhof Luzern, im Astoria mit seiner bekannten Dachterrasse samt Bar oder im Radisson Blu direkt am Vierwaldstättersee. Praktisch, urban oder mit einem Hauch Riviera der Zentralschweiz – je nach persönlicher Definition eines gelungenen Feierabends.
Los geht es am Freitag, 13. November, um 11:00 Uhr. Nach dem Lunch startet um 13:00 Uhr der fachliche Teil. Referate, Interviews und Gespräche sollen wiederum aktuelle Themen aus der Carrosserie- und Lackierwelt aufnehmen und dabei den Blick bewusst über den Rand der Mischbecher hinaus richten. Zugesagt haben unter anderem Daniel Fuchs (Geschäftsführer Cartec), Esther Andrea Lüthi (Inhaberin Lüthi Carrosserie- und Lackiercenter), Karin Habegger (Senior Manager Market Leadership, Randstad Schweiz) und Philipp Zimmermann (Geschäftsführer «auto-i-dat»).
Für einen prominenten Programmpunkt sorgt Mark T. Hofmann. Der international bekannte Profiler und Kriminalpsychologe beschäftigt sich in seiner Keynote mit Menschenkenntnis, Kommunikation und Verhaltensanalyse. Nun muss in einer Carrosserie zwar glücklicherweise nicht täglich ein Täterprofil erstellt werden. Zu wissen, wie Menschen ticken, was sie sagen – und manchmal eben gerade nicht sagen –, kann im Umgang mit Kunden, Mitarbeitenden und Geschäftspartnern allerdings kaum schaden. Wer je versucht hat, einem Kunden zu erklären, weshalb aus «nur einem kleinen Kratzer» plötzlich mehrere Arbeitsgänge werden, weiss: Psychologisches Feingefühl ist in dieser Branche durchaus eine Kernkompetenz.
Durch das Programm führt Christa Rigozzi. Die Moderatorin dürfte damit für jene Mischung aus Professionalität, Charme und Spontaneität sorgen, die einen langen Konferenztag noch unterhaltsamer macht. Und wer glaubt, Networking bestehe bloss darin, beim Kaffee möglichst unauffällig auf Namensschilder zu schielen, erhält ebenfalls genügend Gelegenheit, seine Technik zu verfeinern.
Denn auch die Kooperationspartner von «Repanet Suisse» sind prominent vertreten. Rund 20 Aussteller präsentieren ihre Produkte, Dienstleistungen und neuesten Lösungen. Von «Aspaara» über «Dells Angels» bis «Yarowa» reicht das Spektrum. In den Pausen können sich die Gäste informieren, Neuheiten entdecken, Kontakte pflegen und Ideen für den eigenen Betrieb mitnehmen. Gerade diese Gespräche zwischen Tür, Stand und Espressomaschine sind erfahrungsgemäss nicht selten jene, aus denen später konkrete Projekte entstehen. Manchmal braucht Innovation eben keine Power Point-Folie, sondern zwei Menschen mit einem Becher in der Hand.
Für die Abende kündigen die Organisatoren eine «ganz besondere Welt» an – stilvoll, überraschend und mit einem Hauch Glamour soll alles inszeniert werden. Mehr wird vorerst nicht verraten. Diskretion gehört zur gehobenen Dramaturgie. Nur so viel: Wer bei «Repanet Suisse» schon einmal bis zum Abendprogramm geblieben ist, dürfte kaum mit einem Teller Hörnli und anschliessender Bettruhe rechnen.
Am Samstag geht es zunächst fachlich weiter. Bis 16:15 Uhr stehen weitere Referate und Programmpunkte auf der Agenda, bevor am Abend der gesellschaftliche Teil wieder die Regie übernimmt. Um 20:00 Uhr beginnt das Dinner, anschliessend heisst es: Showtime. Und dieser Begriff ist bei «Repanet Suisse» keineswegs leichtfertig gewählt. In den vergangenen Jahren haben die Organisatoren immer wieder bewiesen, dass sie beim Abendprogramm weder Kosten noch Fantasie scheuen. Bands, Solokünstler, Zauberer und Conférenciers sorgten regelmässig dafür, dass aus einem Treffen irgendwann ein Erlebnis wurde, von dem in der nächsten Werkstattpause noch erzählt wird.
Legendär bleibt etwa «High Five» in Locarno im September 2019. Damals standen mit «Agnetha» und «Anni-Frid» zwei englische Interpretinnen auf der Bühne, die mit den grossen Abba-Hits von «S.O.S.» über «Mamma Mia» bis «Super Trouper» für skandinavisch angehauchte Ekstase im Tessin sorgten. Und 2023 brachte in Dübendorf Comedian Reini Sax den Saal zum Kochen. Selbst ehemalige Bundesräte blieben vor seinen Pointen nicht verschont. Beim Zehn-Jahre-Jubiläum 2024 im Europa-Park liessen sich die Organisatoren ebenfalls nicht lumpen: Künstler des Europa-Parks begleiteten das Gala-Dinner mit spektakulären Showeinlagen, ehe die Band «Randy Club» den Dome endgültig auf Betriebstemperatur brachte. Später übernahm ein DJ im «Traumpalast» – und aus dem Branchentreffen wurde für ein paar Stunden ziemlich turbulente Party.
Was die Verantwortlichen für Emmen 2026 aus dem Hut ziehen, bleibt vorerst ihr Geheimnis. Genau das macht einen Teil des Reizes aus. Sicher ist lediglich: Nach zwölf Jahren Netzwerkgeschichte denkt «Repanet Suisse» nicht im Ansatz daran, die Jahreskonferenz auf einen gewöhnlichen Branchentermin herunterzukochen. Fachliche Impulse, neue Kontakte, Produkte und Dienstleistungen treffen auf Unterhaltung, Gastfreundschaft und ein gepflegtes Mass an Inszenierung.
Oder anders gesagt: Vom 13. bis 15. November wird in der Spinnerei Emmen nicht bloss über die Zukunft der Carrosserie- und Lackbranche gesprochen. Es werden Ideen gesponnen, Kontakte geknüpft und vermutlich auch ein paar Geschichten produziert, die erst deutlich nach Mitternacht ihre endgültige Form finden. Und genau so gehört sich das bei einem Jahrestreffen, das den Begriff Netzwerk nicht nur technisch versteht.