Von Heinz Schneider (Text)

Einen Schaden professionell abzuwickeln, ist gut. Noch besser ist es, wenn er gar nicht erst entsteht. Was zunächst nach einer jener Binsenweisheiten klingt, die sich ausgezeichnet auf Kaffeetassen oder T-Shirts drucken lassen, wird beim «HCG Schadenmanagement» zu einer neuen, handfesten Dienstleistung für Fahrzeugflotten: Schadenprävention statt Schadenabwicklung.

Der passende Leitsatz dazu könnte lauten: «HCG Prävention – wir kümmern uns auch, bevor es kracht.» Damit erweitert das Unternehmen sein Tätigkeitsfeld um einen Bereich, der nicht erst dann einsetzt, wenn das Blech bereits verformt, der Scheinwerfer zertrümmert und der Schadenrapport ausgefüllt ist. Vielmehr geht es darum, aus geschehenen Unfällen systematisch zu lernen – damit sich vergleichbare Vorfälle möglichst vermeiden lassen. Oder, etwas weniger nüchtern formuliert: besser vorbeugen als ausbeulen.

Partner von «HCG» ist die «Risk Guard Switzerland GmbH» aus Kemptthal (ZH) – eine Schwester der deutschen «Risk Guard», die Versicherungs-Knowhow mit Erfahrung im Leasing- und Fleetmanagement verbindet. Eine Kombination, die im Flottengeschäft entscheidend ist. Denn dort genügt es nicht, einzelne Schadenfälle zu betrachten. Gefragt ist der Blick auf wiederkehrende Muster, typische Risiken und Nachlässigkeiten, die sich bei Hunderten Fahrzeugen rasch zu stattlichen Kosten summieren.

«Risk Guard Switzerland» berät vor allem Fahrzeugflottenbetreiber, Versicherer und Versicherungsmakler. Im Zentrum stehen die Risikoprävention, die Verringerung von Unfallschäden, Kostenoptimierung und individuelle Risiko-Managementsysteme. Damit beginnt die Arbeit dort, wo Unfälle entstehen: beim Menschen, bei den Umständen und bei den oft unscheinbaren Details eines Vorfalls.

Gemeinsam mit «Risk Guard Switzerland» untersucht «HCG» die gemeldeten Unfälle deshalb deutlich gründlicher, als dies üblich ist. «HCG» nimmt nach einem Ereignis Kontakt mit dem Unfallfahrer auf und geht in die Tiefe. Der Schaden wird aufgenommen, der Ablauf rekonstruiert und die Situation detailliert analysiert. War der Fahrer unter Zeitdruck oder gestresst? Wie präsentierte sich die Fahrbahn? Herrschten Regen, Schnee, Dunkelheit oder schwierige Sichtverhältnisse? War Müdigkeit im Spiel?

Dabei geht es nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen oder Schuldige zu suchen. Entscheidend ist vielmehr, die Ursachen zu verstehen. Denn ein Bericht hält zwar fest, was geschehen ist. Er erklärt aber nicht zwingend, wie der Unfall verursacht wurde – und schon gar nicht, wie sich ein ähnlicher Vorfall künftig verhindern liesse.

Genau hier setzt die Arbeit der Fachleute von «Risk Guard» an. Sie werten die von «HCG» erhobenen Erkenntnisse aus, erkennen mögliche Zusammenhänge und entwickeln konkrete Vorschläge zur Prävention. Das können Empfehlungen für Schulungen sein, Anpassungen betrieblicher Abläufe, Hinweise zur Einsatzplanung oder Massnahmen für bestimmte Fahrergruppen und Fahrzeugtypen. Auch wiederkehrende Schäden beim Rangieren, bei Rückwärtsfahrten, auf Betriebsgeländen oder unter Zeitdruck lassen sich auf diese Weise gezielt untersuchen.

Aus einem Unfall wird so mehr als ein administrativer Vorgang mit Reparaturfreigabe und Rechnung. Er wird zu einer Informationsquelle. Und Infos sind im Flottenmanagement bekanntlich besonders wertvoll, wenn daraus nicht bloss eine weitere Statistik entsteht, sondern eine konkrete Verbesserung.

Nach Angaben von «HCG» ist diese Form der Dienstleistung in der Schweiz bislang einzigartig. Die Prävention bildet ein eigenständiges Geschäftsfeld, das mit viel Aufwand aufgebaut worden ist. Die Idee und der entscheidende Anstoss dazu kamen vor rund drei Jahren von «HCG» selbst. Anschliessend waren nochmals gut zwei Jahre notwendig, um das Konzept in die Praxis zu überführen, Abläufe zu entwickeln und das Modell gemeinsam mit dem Partner zu verfeinern.

Angeboten wird die Dienstleistung für Pw-Flotten – und Lastwagen, wo bereits kleine Verbesserungen grosse Wirkung entfalten können. Hohe Laufleistungen, Zeitdruck, wechselnde Einsatzorte und enge Lieferfenster erhöhen das Risiko. Darüber hinaus fallen die finanziellen Folgen eines Ausfalls meist deutlich stärker ins Gewicht als bei einem einzelnen Privatfahrzeug. Ein beschädigter Lastwagen steht nicht nur in der Werkstatt – er fehlt im Betrieb.

Interessant sind die Erkenntnisse deshalb nicht nur für Flottenverantwortliche. Auch Versicherer dürften genau hinschauen. Weniger Unfälle bedeuten weniger Schadenfälle, geringere Reparaturkosten und tiefere Ausfallzeiten. Prävention wird damit nicht zur weichen Begleitmassnahme, sondern zu einem wirtschaftlich relevanten Instrument. Sie kann helfen, Schadenquoten zu senken und Risiken nachvollziehbarer zu machen.

«HCG» und «Risk Guard» arbeiten damit an einem Ziel, das ebenso naheliegend wie anspruchsvoll ist: die Zahl der Schadenfälle in der Schweiz zu reduzieren. Dafür braucht es keine erhobenen Zeigefinger, sondern Daten, Erfahrung, offene Gespräche und die Bereitschaft, nach einem Unfall nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen. Denn jeder Schaden, der sich vermeiden lässt, spart Geld, Zeit und Ärger. Vor allem aber erhöht jeder verhinderte Unfall die Sicherheit auf der Strasse. Und spätestens dort wird aus einer betriebswirtschaftlichen Dienstleistung eine Aufgabe, von der alle profitieren. 

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