BASF Coatings stellt sein weltweites Autoreparaturlack-Geschäft neu auf. Steve Arndt übernimmt per 1. Juli 2026 die globale Leitung des Bereichs Autoreparaturlacke. Er folgt auf Chris Titmarsh, der seine Position nach einer 20-jährigen Karriere bei BASF niederlegt. Elf Jahre davon war Titmarsh im Reparaturlack-Geschäft tätig, mehr als sechs Jahre lang trug er Verantwortung in leitender Funktion – zunächst für Europa, den Nahen Osten und Afrika, später für die globale Organisation.
Arndt übernimmt damit einen bedeutenden Bereich innerhalb von BASF Coatings. Zum Autoreparaturlack-Geschäft gehören unter anderem die Marken Glasurit, R-M und baslac sowie die digitale Plattform Refinity. Neben der Produktentwicklung spielen Farbtonmanagement, Digitalisierung, Schulungen, Prozessoptimierung und ein leistungsfähiges Vertriebsnetz eine zentrale Rolle.
Der neue Verantwortliche kennt die Branche seit Jahrzehnten. Steve Arndt bringt nach Angaben von BASF mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Autoreparaturlack-Industrie mit. Er war sowohl in der Produktion als auch im Vertrieb tätig und arbeitete in Nordamerika und Europa. Sechs Jahre lang war er bei Axalta Coating Systems beschäftigt. Dort verantwortete er die Vertriebsstrategie in mehr als 140 Ländern. Zuvor war er Präsident und operativer Leiter von FinishMaster, einem führenden unabhängigen Händler für Autoreparaturlacke in Nordamerika.
BASF Coatings holt damit einen Manager, dessen Laufbahn stark vom Vertrieb und vom direkten Kontakt zum Markt geprägt ist. Das passt zu einem Geschäft, in dem neben Produkten und Technologien auch die Nähe zu den Betrieben, effiziente Abläufe und eine verlässliche Distribution entscheidend sind.
Uta Holzenkamp, Leiterin von BASF Coatings, würdigt die Arbeit des scheidenden Verantwortlichen und setzt zugleich klare Erwartungen in dessen Nachfolger: «Wir danken Chris von Herzen für sein grosses Engagement für unsere Kunden und unser Geschäft bei BASF Coatings. Steve vereint in seltener Weise Erfahrung in Produktion und Vertrieb auf höchstem Niveau dieser Branche.» Arndt selbst verweist auf die technologischen Stärken und die langfristigen Kundenbeziehungen des Unternehmens: «Gemeinsam können wir viel erreichen.»
Steve Arndt wird allerdings nicht neuer Chef der gesamten Coatings-Organisation. BASF Coatings ist breiter aufgestellt und gliedert sich im Kern in drei grosse Geschäftsbereiche. An der Spitze steht derzeit weiterhin Uta Holzenkamp. Sie führt BASF Coatings seit 2022 und trägt die globale Verantwortung für rund 10'500 Mitarbeitende.
Die Fahrzeugserienlacke für die Automobilindustrie verantwortet Patrick Zhao. Der Bereich entwickelt und vermarktet Beschichtungslösungen für die industrielle Fahrzeugproduktion. Das Autoreparaturlack-Geschäft wird künftig von Steve Arndt geführt. Der dritte grosse Bereich ist die Oberflächentechnik unter der Marke Chemetall. Die Leitung liegt bei Frank Naber. Chemetall umfasst Lösungen für die Vorbehandlung und den Schutz von Oberflächen in der Automobilindustrie und weiteren Branchen.
Die Ernennung Arndts fällt in eine Phase des Umbruchs. BASF hat im Oktober 2025 mit von Carlyle verwalteten Fonds und der Qatar Investment Authority eine verbindliche Vereinbarung über das Coatings-Geschäft geschlossen. Die Transaktion umfasst die Bereiche Fahrzeugserienlacke, Autoreparaturlacke und Oberflächentechnik. Der Unternehmenswert wurde mit 7,7 Milliarden Euro angesetzt. BASF soll mit 40 Prozent beteiligt bleiben.
Nach Abschluss der Transaktion soll Jens Luehring die Führung der eigenständigen Coatings-Gesellschaft übernehmen. Bis dahin bleibt die bestehende Struktur massgebend. Für die Carrosserie- und Lackierbranche ist vor allem die Neubesetzung des Reparaturlack-Geschäfts relevant. Mit Steve Arndt übernimmt ein Manager, der die Abläufe zwischen Hersteller, Handel und Betrieb aus eigener Erfahrung kennt. Gerade in einer Phase des Umbruchs dürfte diese Marktnähe stärker gefragt sein denn je.