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    Kurz entschlossen nach Frankfurt: Blutech setzt auf «Paint Go»

Von Heinz Schneider (Text)

Eigentlich war Ende Juni noch gar nichts entschieden. Automechanika Frankfurt? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Roger Blum, Inhaber der Blutech AG aus Wünnewil (FR), hatte sich noch nicht festgelegt. Dann kam ein Angebot: Die letzten 50 Quadratmeter Standfläche waren zu haben. Blum griff zu. Kurzfristig, spontan – und rückblickend wohl im richtigen Moment. Messeplanung nach Lehrbuch sieht zwar etwas anders aus, aber manchmal entstehen die besten Auftritte eben nicht Monate im Voraus am Sitzungstisch.

Damit gehört die Blutech AG zu den wenigen Schweizer Unternehmen, die an der diesjährigen «Automechanika» in Frankfurt mit einem eigenen Auftritt vertreten sind. Die internationale Fachmesse, die noch bis zum 12. September 2026 dauert, versammelt rund 4500 Unternehmen aus 170 Ländern. Entsprechend gross ist das Schaufenster, das sich hier für Produkte, Dienstleistungen und technische Entwicklungen rund um die Automobilbranche öffnet. Oder anders gesagt: Wer in Frankfurt auffallen will, muss schon etwas mitbringen.

Blutech hat etwas mitgebracht. Und zwar etwas, das nicht einfach auf einem Regal liegt und auf Kundschaft wartet. Im Mittelpunkt des Messestandes steht «Paint Go», ein Lackierroboter, für den das Unternehmen aus Wünnewil als Generalimporteur für die DACH-Region verantwortlich zeichnet. Der Roboter soll Lackierarbeiten automatisieren und dürfte gerade deshalb auf einer Messe, an der Effizienz, Fachkräftemangel und reproduzierbare Arbeitsqualität beinahe zwangsläufig zu den grossen Gesprächsthemen gehören, auf offene Ohren stossen.

Für Roger Blum und seinen Mitarbeiter Admir Aliu begann die Messe zunächst allerdings im kleinen Team. An den ersten beiden Tagen hielten die beiden den Stand alleine auf Kurs. Danach rückte Verstärkung aus der Schweiz an: Das gesamte Blutech-Team reiste nach Frankfurt. Und die zusätzlichen Hände waren offenbar keineswegs überflüssig.

Denn der Stand entwickelte sich rasch zum internationalen Treffpunkt. Blum konnte Händlerkollegen unter anderem aus Rumänien, Schweden, Dänemark, England, Portugal, Griechenland und Polen begrüssen. Diese wiederum hatten Kunden aus ihren jeweiligen Märkten nach Frankfurt eingeladen. Statt also nur Prospekte zu verteilen und über theoretische Möglichkeiten zu sprechen, wurde «Paint Go» direkt erklärt, vorgeführt und im praktischen Einsatz demonstriert. Gerade bei einem Lackierroboter ist das vermutlich die überzeugendere Verkaufsargumentation. Maschinen haben schliesslich den angenehmen Vorteil, dass sie bei einer Vorführung entweder funktionieren – oder sehr schnell für Gesprächsstoff sorgen.

Bei «Paint Go» sorgte offenbar vor allem das Interesse der Besucher für Gesprächsstoff. «An den ersten beiden Messetagen waren wir alle von 09:30 bis 16:30 Uhr permanent im Einsatz. Es gab keine einzige Pause», sagt Roger Blum im Gespräch mit carwing. Ein Satz, der im Messegeschäft vermutlich zu jenen Klagen gehört, die man mit einem gewissen Stolz vorträgt. Denn kaum etwas ist für einen Aussteller unangenehmer als ein perfekt eingerichteter Stand, auf dem genügend Zeit bleibt, um die Teppichstruktur eingehend zu studieren.

Davon kann bei Blutech offenbar keine Rede sein. Das internationale Händlernetz erwies sich in Frankfurt vielmehr als wirkungsvoller Multiplikator. Kunden konnten sich in ihrer eigenen Sprache informieren, Fragen direkt mit den jeweiligen Ansprechpartnern besprechen und gleichzeitig erleben, wie der Roboter arbeitet. Für ein erklärungsbedürftiges technisches Produkt ist diese Kombination besonders wertvoll.
Ein Lackierroboter lässt sich zwar auf einem Datenblatt beschreiben – wirklich verständlich wird sein Nutzen aber erst dann, wenn Bewegungsabläufe, Bedienung und Arbeitsweise vor Augen geführt werden.