Carrosserie- und Fahrzeugbau

Superstimmung: Schweizer Fans empfangen ihre 41 WM-Helden

 

Text und Fotos: Irene Schneider


Es ist Donnerstag, Ende August, gegen 12:30 Uhr. Wir warten, aufs Äusserste gespannt, in der Sporthalle Ruebisbach in Kloten. Wir: Das sind etwa 600 Personen – eine bunt zusammengewürfelte Truppe, bestehend aus Eltern, Geschwistern, Grosseltern, Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, Chefs, Vertretern der Verbände und Presseleuten. Und wir alle haben nur eine Mission: Wir wollen den 41 jungen Schweizerinnen und Schweizern, die an der Berufs-WM in Kazan so erfolgreich gekämpft und 16 Medaillen gewonnen haben, einen grandiosen Empfang in der Heimat bescheren.

 

Dann endlich, rund eine Stunde später, ist es soweit: Unsere WM-Helden erreichen die Sporthalle. Tosender Applaus, Kuhglockengeläut, laute Sprechchöre – die Begeisterung ist förmlich spürbar, will gar nicht mehr enden. Es sind Hühnerhautmomente pur. Dann begrüsst René Flückiger, Vizepräsident vom Stiftungsrat «Swiss Skills», alle WM-Teilnehmer. «Ihr seid zurückgekehrt als sehr erfolgreiches Nationalteam mit der Wertung des 3. Platzes. Wir sind sehr stolz auf euch, und jeder hat eine Auszeichnung verdient.» Gleichzeitig bedankt er sich bei allen, die den jungen Menschen in der Vorbereitung und im Wettkampf zur Seite gestanden und ihnen die nötige Unterstützung gegeben haben.

 

Wir sind natürlich vor Ort dabei, um Carrossierspengler Sandro Sägesser und Carrosserielackiererin Aurélie Fawer willkommen zu heissen. Das tut auch die Verbandsspitze von «carrossier suisse»: Sie lässt es sich nicht nehmen, den WM-Dritten sowie die Sechsplatzierte und Gewinnerin des «Medaillon Excellence» direkt in Kloten zu empfangen. Derweil werden auf der Bühne die Zertifikats-, Diplom- und Medaillengewinner mit ihren Coaches ausgezeichnet.

 

Nach einer langen Zeit, wir schätzen etwa zwei Stunden, können die Kazan-Teilnehmer ihre Liebsten im Saal endlich umarmen. Mitten unter ihnen: Renate und Andreas Sägesser, die Eltern von Sandro. «Wir haben gehofft, dass es ihm gelingt, eine Medaille zu gewinnen. Dementsprechend sind wir sehr stolz auf Sandro», sind sie sich einig. Dann wird es noch einmal laut: Der Fanclub von Aurélie hat es endlich geschafft, ihre Heldin in die Arme zu schliessen. Und Angelo Miraglia, Bildungsverantwortlicher von «carrossier suisse», bringt es auf den Punkt: «Ich bin absolut zufrieden. Die beiden haben sich seit der Schweizermeisterschaft weiter entwickelt, das hat sie stark gemacht.»


Stimmen am Rande der Empfangsfeier in Kloten

Thomas Rentsch, Geschäftsführer «carrosserie suisse»
«Ich bin tief beeindruckt, wie Aurélie und Sandro ohne jahrelange Wettkampf-Routine mit dem Druck umgehen und das Optimum aus sich herausholen konnten. Sie gaben schlicht und einfach alles, was sie hatten und haben ihre aktuellen Grenzen kennengelernt. Beide wurden mit sensationellen Resultaten belohnt! Carrosserie suisse hat zwei neue topmotivierte Botschafter für sein Gewerbe erhalten und seit langem erstmals auch eine Romande. Ich freue mich, sie im Boot zu haben.

Felix Wyss, Zentralpräsident «carrosserie suisse»
Aurélie und Sandro haben mit ihren exzellenten Leistungen sehr viel Ehre für unsere Branche eingelegt. Trotzdem ist es für uns im Zentralvorstand notwendig, die Situation um künftige WM-Teilnahmen genau zu analysieren. Es gibt Länder, die belohnen ihre Kandidaten mit sehr hohen finanziellen Zuwendungen oder sogar einem Haus. Hier geht es nicht mehr nur um den Beruf. Das darf nicht sein. Wir reden von der Berufsweltmeisterschaft.

 

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