Carrosserie- und Fahrzeugbau

Repanet Suisse: Kompetentes Netzwerk feiert Jahrestreffen

 

Von Heinz Schneider (Text) und Dennis Mario Schneider (Fotos)

Eine Riesenveranstaltung mit rund 400 Carrossiers, Netzwerkpartnern und Gästen, vielen spannenden Referenten sowie einem unterhaltsamen Abendprogramm mit Gala-Diner und engagierten Diskussionsrunden - das war die zweitägige «Repanet Suisse Jahreskonferenz 2022» (23. und 24. September) unter dem Motto «Together, we are stronger». Ort des Events: «Das Zelt» in Basel, wo die Teilnehmenden von Christa Rigozzi begrüsst wurden. Die vielsprachige Moderatorin und Schönheitskönigin (sie wurde am 9. September 2006 in Genf zur Miss Schweiz gekürt) tat das einmal mehr sehr charmant und kompetent und wechselte zwischen den Sprachen hin und her, als ob dies die einfachste und selbstverständlichste Sache der Welt wäre.

 

Ob Jim Muse, Vizepräsident «Axalta Coating Systems», von Christa Rigozzis Auftritt oder der gewaltigen Gästeschar so extrem beeindruckt war, entzieht sich unserer Kenntnis. Fakt ist aber: Der ranghohe Axalta-Manager («Um die schwierigen Zeiten zu meistern, in denen wir momentan leben, müssen wir noch flexibler und innovativer sein») schien sich neben seiner Interviewpartnerin auf der Bühne sehr wohl zu fühlen und gab seiner Freude Ausdruck, auch in diesem Jahr mit den Schweizer Repanet-Partnern zusammensein zu dürfen.

 

Ein Rück- und Ausblick über die André Koch AG - gespickt mit vielen Facts (aktuell 215 Partner) über «Repanet Suisse» - gabs im Anschluss von CEO Enzo Santarsiero («Ein Traum, den man alleine träumt, bleibt ein Traum. Den, den man zusammen träumt, wird Wirklichkeit»). Zudem verlor er einige Worte über die Axalta-Farbe des Jahres 2022 (Royal Magenta), die Preisentwicklung und Energiekrise, den Margendruck in der Carrosserie- und Lackbranche sowie über das Label «Green Car Repair System», das künftig die Carrossiers bei den Reparatur-Zertifizierungen beschäftigen wird.


Den Abschluss des Morgenprogramms, bevor Christa Rigozzi zum Stehlunch einlud, bestritt zum einen Adrian Kollegger von der Helvetia Versicherung (äusserte sich über die drei Herausforderungen Cyber-Attacken, Strommangel, Erdbeben in seiner Branche) und zum anderen Tony Tulliani von der Car Logistics AG: Er brachte den Gästen im Zuge von «Reparieren statt ersetzen» das HCG-Schadenmanagement-System nahe. Stefan Marti vom «Xpert Center» erklärte die Arbeitsweise des in München entwickelten Hagelscanners – er schiesst etwa 4000 Bilder beim zwölfsekündigen Durchlauf eines Autos und bringt die Ergebnisse wie Grösse und Anzahl der Dellen in fünf Minuten hervor. Darüber hinaus schiebt er auch gleich noch eine Kalkulation hinterher. Matthias Baumberger (Präsident und Gründer der Stiftung KMU Klima) hatte die Neutralisierung des CO2-Fussabdruckes zum Thema, Oliver Kofler (Carvolution) stellte das Auto-Abo vor und wagte die Prophezeiung: «2030 rechnen wir damit, dass 40 Prozent der neu zugelassenen Personenwagen abonniert sind». Zudem geht er davon aus, dass seine Firma in zwei Jahren 500 Millionen Franken benötigt, um die bestellten Neuwagen anschaffen zu können. 2022 sind es «nur» 180 Millionen.

 

Für Applaus und positive Publikumsreaktionen sorgte schliesslich das Podiumsgespräch, das von Nationalrat, AGVS-Zentralpräsident und Linienpilot Thomas Hurter moderierte wurde. Er scheute sich nicht, seine Gäste ganz direkte Fragen zu stellen. Zum Beispiel, was sie bei den Themen «Umweltschutz und Nachhaltigkeit» tun, was die Elektro-Mobilität für sie hinsichtlich der Investitionen bedeutet und wie die Unternehmungen aus der Carrosseriebranche den explodierenden Energiekosten begegnen. Auch wollte er von den Podiumsteilnehmern wissen, wie sie mit den höheren Kundenansprüchen bei sinkenden Margen umgehen, wie sich die Ersatzteillieferung in ihrem Metier präsentiert und was sie vom Schadenmanagement halten («Brauchts das? Wenn ja, wer sind die Verlierer?»)

 

Zu den engagierten Diskussionsteilnehmern zählten die beiden Versicherungsexperten René Früh (Zürich) und Pierangelo Campopiano (Smile), Verena Domnick (Alphabet), ESA-Chef Giorgio Feitknecht, Oliver Stegmann (AMAG), Daniel Lanz (Car Net), Daniel Gossweiler (Xpert Center) Hakan Peking (Auto-Interleasing) sowie die beiden Carrossiers Fabian Pfister (Carrosserie Pfister AG) und Marco Flückiger (Carrozzeria Moderna SA). Er punktete bei den anwesenden Berufskollegen in erster Linie mit seiner Aussage, dass die schlechte Ersatzteilversorgung die Branche hart trifft und oftmals für provisorische Reparaturen sorgt. «Das steigert den Aufwand und tut der Ersatzauto-Gewährleistung nicht gut, weil provisorisch reparierte Autos ein zweites Mal in die Werkstätten gerufen werden müssen», sagte er.


Welche Überraschungen das Gala-Diner am Freitagabend (23. September) für die Gäste bereithielt und wie sich der darauffolgende Tag für sie gestaltet hat, lesen Sie bitte morgen Samstag, 24. September.

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