Heute: Carrosserie Bohnenblust GmbH, Röthenbach b. Herzogenbuchsee (BE)
Wer in der Umgebung von Röthenbach Kompetenz sucht für die Reparatur seines Fahrzeuges, steht ziemlich sicher bald vor den Toren der «Carrosserie Bohnenblust.» Ein Betrieb, der Bodenständigkeit lebt und gleichzeitig mit bemerkenswertem Tempo in die Zukunft steuert. Gegründet wurde er 1980 als Einzelfirma vom Carrosseriespengler Walter Friedrich Bohnenblust: Er baute sie damals neu auf und gab ihr ein solides Fundament. 2014 übernahm Sohn Rolf das Steuer – ebenfalls Spengler, inzwischen 36-jährig und verheiratet mit Aurore, die im Büro Ordnung in Zahlen und Abläufen hält. Seit Kurzem sind die beiden Eltern der kleinen Rosaline.
Stillstand ist nicht Rolfs Sache. Am Standort in Röthenbach wird derzeit auf einer zweiten Parzelle kräftig erweitert. Mehr Werkstattfläche, mehr Arbeitsplätze, mehr Möglichkeiten. Vorbereiten, reparieren, lackieren – künftig mit verdoppelter Kapazität. Wer die Bauarbeiten beobachtet, ahnt: Hier wächst nicht nur Beton, hier wächst ein klares Bekenntnis zur Zukunft des Handwerks. Fast zeitgleich wagte der umsichtige Patron den nächsten Schritt – und der fiel so spontan wie entschlossen aus. Im benachbarten Gerlafingen stand nach 40 Jahren eine Carrosseriefirma zur Übergabe bereit. Rolf entschied innerhalb eines Tages, übernahm Inventar und Infrastruktur und gründete die «Carrosserie Gerlafingen GmbH». Heute arbeiten dort bereits drei Angestellte. Zwei Standorte, zwei Teams, ein gemeinsamer Anspruch: präzise Arbeit und moderne Abläufe.
Wenn der Chef nicht in der Werkstatt steht oder zwischen Röthenbach und Gerlafingen pendelt, findet man ihn draussen – auf dem Velo oder in Laufschuhen. Ausdauersport, sagt er, helfe beim Abschalten. Und vielleicht auch beim Durchhalten in einem Alltag, der selten Leerlauf kennt. Denn Bohnenblust ist nicht nur Unternehmer, sondern auch Ausbilder und Wissensvermittler. Er ist Prüfungsexperte für die Weiterbildungen von «Carrosserie Suisse», unterrichtet an der «Gibb» in Bern Berufskunde für Carrosseriespengler und absolviert derzeit an der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung EHB ein didaktisches Modul für den Berufskundeunterricht. Lernen, lehren, weiterdenken – das zieht sich wie ein roter Faden durch sein Berufsleben.
Auch im Betrieb wird Weiterbildung nicht als Pflicht, sondern als Selbstverständlichkeit gelebt. Werkstattleiter-Ausbildungen, Carrosseriemeister HF, TAB-Kurse, Kopas, CFS-Seminare, Hochvolt-Schulungen, Kurse rund um die Berufsbildung – die Liste ist lang. Seit rund zehn Jahren liegt ein besonderes Augenmerk auf der Reparatur von E-Fahrzeugen. Ein Thema, das in Röthenbach nicht als Zukunftsmusik, sondern als Alltagsrealität betrachtet wird.
Unterstützt wird Rolf Bohnenblust seit jeher von seiner Mutter Marianne. Früher stand sie selbst in der Lackierkabine, heute hält sie dem Team mit Kundenbetreuung, Logistik sowie dem Hol- und Bringservice der Fahrzeuge den Rücken frei. Ein Familienbetrieb im besten Sinne – mit klaren Rollen, kurzen Wegen und einem ausgeprägten Sinn für Service.
Seit Kurzem ist der Betrieb zudem Mitglied im Netzwerk «Certified First Switzerland» (CFS). Der Kontakt kam über CFS-Leiter Richard Schöller zustande, und Bohnenblust verspricht sich viel davon – fachlich wie menschlich. Netzwerke, so seine Überzeugung, sind heute keine Kür mehr, sondern Bestandteil moderner Betriebsführung. Gerade auch, weil Weiterbildung bei ihm nicht auf dem Papier endet, sondern täglich gelebt wird. Denn dass hier nicht nur Fachkräfte, sondern auch der Nachwuchs einen hohen Stellenwert hat, zeigt das Label «Top Ausbildungsbetrieb», das die «Carrosserie Bohnenblust» trägt. Im Sommer 2026 beginnt eine junge Frau ihre Lehre als Carrosserielackiererin, zudem erhält ein angehender Carrosseriereparateur die Chance auf eine Ausbildung. Fachkräftemangel ist vielerorts ein Schlagwort – in Röthenbach wird ihm mit gezielter und hervorragender Ausbildung begegnet.
Die Aufnahme ins Netzwerk CFS passt damit ins Bild eines Betriebs, der Tradition nicht verwaltet, sondern weiterentwickelt. 45 Jahre nach der Gründung ist aus der Einzelfirma ein moderner, wachsender Handwerksbetrieb geworden, der Familie, Ausbildung, Sport, Digitalisierung und unternehmerischen Mut unter einem Dach vereint. Und irgendwo zwischen Glanzlack, Laufkilometern und digitalen Prozessen wächst gerade die nächste Generation heran. Töchterchen Rosaline ist zwar erst ein paar Monate alt, aber wer weiss – vielleicht auch die künftige Eigentümerin und Chefin in dritter Generation.
Die «PPG Switzerland GmbH» (Konzerntochter von PPG) und die Belfa AG (Importeurin von PPG) arbeiten mit Engagement daran, das Netzwerk «Certified First Switzerland» in der Schweiz zu etablieren. Wir stellen die Betriebe, die sich zum Mitmachen bei «CFS» entschlossen haben, in loser Folge vor.