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    Investitionen, Ideen, Impulse: Starke GV der Sektion Aargau

Von Heinz Schneider (Text) und Irene Schneider (Fotos)

Es gibt Generalversammlungen, die plätschern dahin wie ein zu lauwarmer Frühlingsregen – und es gibt jene, bei denen schon die Suche nach dem richtigen Ort zur ersten Disziplin wird. Bei «Carrosserie Suisse Aargau» gehört Letzteres offenbar zum guten Ton. Nach dem atmosphärisch aufgeladenen Vorjahr im umgebauten Industrieareal von Muri, wo zwischen einstigen Röhren und Kesseln plötzlich Apérogläser klirrten, lag die Messlatte hoch. Sehr hoch.

Und doch: Mit dem «Golf Restaurant Aarau West» in Oberentfelden gelang den Organisatoren ein Kunstgriff. Nicht spektakulär im industriellen Sinne, dafür mit jener gepflegten Gelassenheit, die man auf einem Golfplatz erwartet – und die einer Versammlung dieser Art gut zu Gesicht steht. Dass der Frühling seine Schokoladenseite zeigte, war das i-Tüpfelchen: Apéro unter freiem Himmel, Grilladen im milden Abendlicht, Gespräche, die nicht im Sitzungssaal verhallten, sondern draussen weiterlebten. Man könnte sagen: beste Bedingungen für Einigkeit – und genau die herrschte auch.

43 Stimmberechtigte und insgesamt 130 Gäste – so viele wie noch nie – fanden den Weg nach Oberentfelden. Ein Rekord, der nicht nur von Pflichtbewusstsein zeugt, sondern auch davon, dass die Branche lebt. Und wie. Die Traktanden? Ohne Gegenwind. Keine hitzigen Wortgefechte, keine taktischen Verzögerungen. Man war sich einig – vielleicht auch, weil die Themen den Nerv der Zeit trafen.

Ein Beispiel: der Teilumbau des üK-Centers in Zofingen. Präsident Michael Hallauer brachte das Geschäft auf den Tisch, und es wurde ohne Zögern angenommen. Die Begründung klingt so nüchtern wie zwingend: Die lackspezifischen Arbeiten nehmen zu. Also schafft man Fakten – mit einem neuen Vorbereitungsplatz mit Blachenwänden, Lackierpistolen, Pistolenwaschgerät und Schleifmaschinen. Kostenpunkt: 150 000 Franken, gestemmt von der Sektion selbst. Wer hier investiert, investiert nicht in Beton und Geräte, sondern in die Zukunft eines Handwerks, das längst mehr Hightech als Hammerschlag ist. Die Einweihung ist für den 29. Oktober angesetzt, kombiniert mit dem 50-Jahr-Jubiläum des Kurszentrums – ein Datum, das man sich rot im Kalender anstreichen darf.

Auch personell gab es Bewegung. Mit Qazim Buzhala von der «Jimmy Carrosserie AG» zieht ein neuer Delegierter ins siebenköpfige Gremium ein – ein Sitz, der der Sektion aufgrund ihrer Grösse zusteht. Und ein Wechsel, der leise daherkommt, aber zeigt, dass die Strukturen funktionieren.

Emotionaler wurde es bei der Verabschiedung von Denise Ammann. 19 Jahre lang war sie als Sekretärin das administrative Rückgrat der Sektion – tätig für die Kanzlei von Martin Leiser, stets im Hintergrund, aber unverzichtbar. Nun zieht sie beruflich weiter Richtung Bern. Der Abschied wurde nicht nur würdig begangen, sondern auch historisch: Als erste Frau überhaupt wurde sie zum Ehrenmitglied ernannt. Ein Moment, der hängen bleibt.

Und dann war da noch dieses Thema, das zwischen Grillduft und Frühlingsluft viele anerkennende Worte fand – und deshalb sehr viel Gewicht hat: der Nachwuchs. 2026 findet keine Berufsschau statt, ein Umstand, der in anderen Branchen gerne als Ausrede dient. Nicht so hier. Gemeinsam mit der APG setzt die Sektion auf eine breit angelegte Plakatkampagne – kreativ, sichtbar, bewusst im öffentlichen Raum platziert. Mit dem Ziel, junge Menschen für eine Schnupperlehre in der Carrosseriebranche zu begeistern. Die Botschaft ist so einfach wie treffend: «Wer präsent ist, bleibt relevant.» Ein Satz, der sich nicht nur an Jugendliche richtet, sondern auch an deren Eltern, Grosseltern, Gotten und Göttis – kurz: an alle, die bei der Berufswahl ein Wörtchen mitreden.

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