Heute: Autospritzwerk Remi GmbH, Zürich
Wer von der Limmat her nach Wipkingen hinaufblinzelt, landet schnell in einem Zürich, das noch arbeitet. Keine Duftkerzen-Ästhetik, kein «Concept Store»-Flair – eher ein Ort, an dem man Schrauben und Handwerker findet, bevor man Schlagworte sucht. An der Imfeldstrasse 11 sitzt die Autospritzwerk Remi GmbH: ein Betrieb, der seit Jahren beweist, dass Präzision nicht laut sein muss.
Begonnen hat alles 1997 als Einzelfirma von Emilio Remi. Drei Jahre später stiess Lackierer Massimo Valvo dazu, 2005 wurde er Teilhaber, gleichzeitig wandelte man die Einzelfirma in eine GmbH um. Im Juni 2023 kam dann die klare Zäsur: Emilio Remi schied aus, Valvo übernahm.
Massimo Valvo (46) ist verheiratet und hat zwei Kinder. Vor gut einem Jahr holte er seinen Schwager Luca Maggiorelli als Partner ins Geschäft. Auch er ist 46 – und sein Lebenslauf ist so schön «quer», wie er in einer Werkstatt oft Gold wert ist: gelernt als Automechaniker, weitergebildet zum Diagnostiker, später zum Automobilkaufmann. 28 Jahre blieb er derselben Firma treu. Wer nach so langer Zeit wechselt, tut das selten aus Jux. Bereut hat er es nie. Im Gegenteil.
Bei Remi kümmert sich Luca Maggiorelli um die Technik: zerlegen, demontieren, vorbereiten – damit die Lackierer überhaupt erst präzise loslegen können. Und weil eine Werkstatt nicht nur aus Schleifstaub besteht, führt er auch das Backoffice: Offerten, Rechnungen, Buchhaltung, der ganze unsichtbare Maschinenraum. Zum Team gehören zwei weitere Lackierer, eine gute Seele in der Buchhaltung (sie schaut, dass keine Buchungsfehler unterlaufen) und obendrein auch noch Nicola, Schwiegervater der beiden Geschäftsführer und Vater der beiden Ehefrauen: Allrounder, Anpacker, Lückenfüller – in vielen Betrieben würde man sagen: unverzichtbar.
Was bei Massimo Valvo und Luca Maggiorelli sofort auffällt: die beiden sind nicht nur Partner, sie sind Freunde. Sie arbeiten eng zusammen – und hängen auch nach Feierabend oft gemeinsam ab. Ferien inklusive, zusammen mit ihren Ehefrauen, die Schwestern sind: mal mit dem Auto nach Italien, mal per Flugzeug in die Ferne. Bei anderen wäre das nach drei Tagen ein Stresstest zwischen Sitzordnung, Navi-Stimme und Abendessen-Entscheid. Hier läuft es erstaunlich rund. Vielleicht auch, weil sie ähnliche Hobbys teilen: Fussball, Skifahren, Tennis – und Kochen. Vor allem letzteres hatte zuletzt eine Nebenwirkung, die man in Zahlen besser nicht beziffert. Resultat: mehr Body, weniger Gewicht. Seither gehts regelmässig ins Gym, unter einem Personaltrainer, der Ausreden ungefähr so gut findet wie der Lackierer Läufer im frischen Klarlack.
Jetzt ist die «Remi GmbH» Mitglied im CFS-Netzwerk – dank Lacklieferant Belfa. Für Remi ist das mehr als Dekoration. «Wir legen grossen Wert auf ein gutes Image, daher wollten wir uns zertifizieren lassen», sagt Luca Maggiorelli. Massimo Valvo schaut dabei nach vorn: «Dafür werden wir uns auch, wo sinnvoll, mit Ideen und Vorschlägen einbringen.» Also nicht nur dabei sein, sondern mitprägen.
Reparaturtechnisch ist man breit aufgestellt: Fahrzeuge aller Art, Felgenreparaturen, Instandstellen und Restauration von Oldtimern und Töffs. Und ja: auch «Smart Repair» gehört zum Repertoire – die Kunst, Schäden so zu lösen, dass man sie nachher wirklich suchen muss. «Wir schauen nur schon aus Umweltgründen darauf, dass wir möglichst viel reparieren und nicht gleich ersetzen», sagt Valvo. Ein Satz ohne Pathos – und gerade deshalb überzeugend.
Und wer glaubt, bei Remi gehe es ausschliesslich um Blech, irrt. Auch Möbel werden fachgerecht behandelt, Sonderlackierungen sauber umgesetzt: Gartentische, Stühle, Motorräder – alles, was eine Oberfläche hat und wieder glänzen soll, ist willkommen. Das ist kein Nebenbei-Programm, sondern zeigt ein handwerkliches Selbstverständnis: Wer Material, Vorbereitung und Lackaufbau beherrscht, denkt nicht in starren Kategorien.
Die meisten Aufträge kommen aus Garagen, die die Arbeit von Remi schätzen – und sie ungern missen. Zur Schadensteuerung hat Maggiorelli eine klare, faire Linie: «Die hat ihre Berechtigung – aber nur, wenn jeder gleich und fair behandelt wird.» Punkt.
Vier Angestellte zählt der Betrieb. Einen Lehrling gibt es im Moment nicht, aber das ist in Planung – inklusive der Option auf die dreijährige Ausbildung zum «Carrosseriereparateur». In Zeiten, in denen Fachkräfte nicht vom Himmel fallen, ist das mehr als eine Randnotiz: Es ist der Versuch, die Zukunft nicht nur zu verwalten, sondern mit aufzubauen.
Die «PPG Switzerland GmbH» (Konzerntochter von PPG) und die Belfa AG (Importeurin von PPG) arbeiten mit Engagement daran, das Netzwerk «Certified First Switzerland» in der Schweiz zu etablieren. Wir stellen die Betriebe, die sich zum Mitmachen bei «CFS» entschlossen haben, in loser Folge vor.