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    Vom alten Standort zur neuen Stärke: Kuster & Furrer neu bei CFS

Heute: Kuster & Furrer AG, Carrosserie & Dellentechnik, Gampel (VS)

Manche Betriebe werden gegründet, weil ein Businessplan auf dem Tisch liegt, ein Banker nickt und irgendwo ein Taschenrechner warmläuft. Und dann gibt es Storys wie jene von Kuster & Furrer. Geschichten, bei denen man nach den ersten Sätzen kurz denkt: Das kann so eigentlich kaum passiert sein. Oder höchstens in einem Roman, in dem der Autor ein Faible für Carrosserie, Zufälle und die erstaunliche Beharrlichkeit guter Handwerker hat.

Die Geschichte des Betriebs beginnt dort, wo heute noch gehämmert und lackiert wird: Am Standort der früheren Carrosserie Bregy in Gampel, mitten im Rhonetal, wo sonst das gleichnamige Open Air für Schlagzeilen sorgt. Ab 1984 führte hier Daniel T. Bregy seinen Betrieb. Als er verstarb, wollte keiner aus der Familie übernehmen. Doch zum Glück ist Handwerk selten nur eine Sache von Besitzverhältnissen und Tabellen. Es lebt von Menschen. Von denen, die morgens das Licht in der Werkstatt anmachen, von denen, die Blech nicht bloss richten, sondern lesen können wie andere eine Zeitung.

Also zurück zum Anfang: In der Carrosserie Bregy arbeiten damals zwei Spengler, die später die Geschichte neu schreiben sollten: Andreas Kuster und Joel Furrer, der dort seine Lehre absolvierte. Der eine schon im Fach, der andere noch auf dem Weg dorthin – beide mit jener stillen Selbstverständlichkeit, die man in diesem Metier häufiger findet als laute Selbstdarsteller. Andreas Kuster übernimmt 2017, und macht daraus die Carrosserie Kuster GmbH – am selben Standort, aber mit neuer Handschrift.

Schon das wäre eine gute Geschichte gewesen: ein Mitarbeiter übernimmt, hält den Laden am Laufen, trägt Verantwortung, baut weiter. Doch die Sache bekam noch eine zweite Spur. Gleichzeitig zog Joel Furrer nach Visp, wo er mit der «Dellentechnik Furrer AG» sein eigenes Unternehmen gründete und sich als Spezialist etablierte. Zwei frühere Arbeitskollegen also, jeder mit seinem Weg, jeder mit eigener Kompetenz, jeder mit genügend Arbeit auf dem Zettel. Man hätte es dabei belassen können. Tun viele.

Aber dann kam dieses Treffen. Eines jener Gespräche, die im Nachhinein gerne als «entscheidend» bezeichnet werden. Die beiden diskutieren, wie man in der Branche gezielter, besser und breiter aufgestellt arbeiten könnte. Das Resultat dieses Brainstormings war so schlicht wie folgenreich: «Wir tun uns zusammen.» Ein Satz, unspektakulär auf den ersten Blick – und doch einer, der vieles verändert hat.

2020 wurde aus dieser Idee die Kuster & Furrer AG. Seitdem ist in Gampel nicht nur ein Firmenname hinzugekommen, sondern ein Betrieb gewachsen, der sichtbar nach vorne marschiert. Oder, um es in der Sprache der beiden Inhaber zu sagen: Sie gaben Vollgas. Wobei das hier keine leere Floskel ist, sondern ziemlich konkret verstanden werden muss. In den Jahren 2024 und 2025 wurde kräftig investiert. Es gab eine zweite Lackierkabine, einen neuen Vorbereitungsplatz mit Ablüftung, einen Farbmischraum mit Mischroboter (Moon-Walk), drei Waschplätze (1 x mit Rampe für Wohnmobile und Nutzfahrzeuge) und die neue Spenglerhalle mit Aufbereitungsraum und Pneulager.

Die Betriebsfläche ist mittlerweile um das Dreifache gewachsen, und der Personalbestand erhöhte sich von zwei auf elf Mitarbeitende. Das ist kein kosmetischer Ausbau, sondern ein klarer Entwicklungsschritt. Einer, der zeigt, dass hier nicht bloss auf Sicht gefahren wird, sondern mit Ambition.

Andreas Kuster (56) ist verheiratet, und begeisterter Töfffahrer und Snowboarder. Joel Furrer (39) ist ebenfalls verheiratet, mit Nicole. Und obendrein Vater von zwei kleinen Buben und einer, der seine Begeisterung für klassische VW-Modelle nicht hinter vorgehaltener Hand auslebt. Ein Polo und drei Golf der Generationen I bis III sind in der Sammlung – ein rollendes Bekenntnis dazu, dass Technik auch Charme haben darf.

Im Betrieb deckt Kuster & Furrer das gesamte Spektrum ab, das die Reparaturbranche verlangt. Fünf Spengler (2 Lernende), vier Lackierer (1 Lernender), ein Profi in der Fahrzeugaufbereitung und Nicole Furrer im Backoffice in Teilzeit – das ist eine Struktur, die nicht nur funktioniert, sondern Zukunft mitdenkt. Joel Furrer schliesst denn auch nicht aus, künftig zusätzlich einen Lernenden als Carrosseriereparateur auszubilden. Auch das ist ein Signal. Denn in einer Branche, die den Fachkräftemangel täglich spürt, ist Ausbildung längst mehr als ein guter Vorsatz.

Nun ist die Firma dem Netzwerk CFS beigetreten. Und das passt erstaunlich gut zu dieser Geschichte. Nicht, weil Mitgliedschaften heute automatisch Glanz verleihen würden – das tun sie bekanntlich nur auf Hochglanzprospekten –, sondern weil hier die Inhalte stimmen. Kuster & Furrer will die Mitarbeitenden gezielt in den Bereichen Werkstatt, Kalkulation und Elektroauto weiterbilden. Joel Furrer bringt es auf den Punkt: «Die E-Mobilität ist ein wichtiger Teil der Zukunft. Wir tauschen uns diesbezüglich mit Markenvertretungen aus.»

Genau darin liegt der Reiz dieses Neuzugangs im CFS-Netzwerk: Hier sucht kein Betrieb nach einem hübschen Logo für die Eingangstür, sondern nach Substanz. Nach Know-how. Nach Austausch. Nach Partnerschaft. Und ja, natürlich auch nach zusätzlichen Aufträgen – man muss die wirtschaftliche Seite ja nicht romantisieren. Aber gerade diese Mischung aus Bodenständigkeit und Offenheit macht Kuster & Furrer interessant. Der Betrieb lebt bereits die Schadensteuerung und arbeitet mit einigen Versicherungen als Partner zusammen. Er ist also nicht im Begriff, professionell zu werden. Er ist es längst – und will nun den nächsten Schritt bewusst gehen.

Die «PPG Switzerland GmbH» (Konzerntochter von PPG) und die Belfa AG (Importeurin von PPG) arbeiten mit Engagement daran, das Netzwerk «Certified First Switzerland» in der Schweiz zu etablieren. Wir stellen die Betriebe, die sich zum Mitmachen bei «CFS» entschlossen haben, in loser Folge vor.

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