Von Dennis Schneider (Text)

Der Schweizer Automarkt 2025 wirkt wie ein überfüllter Parkplatz an einem Samstagnachmittag: viel Auswahl, wenig Bewegung, und irgendwo dazwischen die verzweifelte Suche nach dem besten Deal. Auf AutoScout24 jedenfalls drängen sich die Fahrzeuge dichter denn je, während die Neuzulassungen landesweit rückläufig sind. Mehr Angebot bei weniger Nachfrage – das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Wettbewerb. Und Wettbewerb drückt Preise. Besonders dort, wo die politische Hoffnung zuletzt am lautesten war: bei den Elektroautos.

Insgesamt stieg das Inseratevolumen 2025 um 1,7 Prozent. Kein Feuerwerk, eher ein stetiges Tropfen. Der Löwenanteil entfällt weiterhin auf Occasionsfahrzeuge, deren Angebot um 1,1 Prozent zulegte. Deutlich dynamischer zeigten sich Neuwagen mit einem Plus von 4,9 Prozent. Auffällig ist die Formfrage: Neue Kombis legten um 11,5 Prozent zu, SUVs um 7,1 Prozent, Limousinen ebenfalls um 4,9 Prozent. Im Occasionsmarkt marschieren vor allem SUVs weiter nach vorne (+3,3 Prozent), während Kleinwagen und Limousinen leicht Federn lassen (je –0,8 Prozent). Ausgerechnet jene Kategorien, die im Neuwagenbereich wieder wachsen. Logisch? Nur auf den ersten Blick.

Richtig Bewegung kommt bei den Preisen auf. Und zwar nach unten. Besonders hart trifft es die batterieelektrischen Fahrzeuge. Gebrauchte BEV verloren 2025 nochmals deutlich an Wert: minus 8,3 Prozent, durchschnittlich noch 43’549 Franken. Wer gestern gekauft hat, schaut heute in die Röhre. Aber auch Diesel (–6 Prozent auf 23’673 Franken), Mild-Hybride (–5 Prozent auf 50’245 Franken), Voll-Hybride (–1,2 Prozent auf 35’479 Franken) und selbst Benziner (–0,2 Prozent auf 37’571 Franken) gaben nach. Einzig Plug-in-Hybride widersetzten sich kurz dem Abwärtssog und verteuerten sich leicht um 1,25 Prozent auf rund 56’156 Franken. Ein letztes Aufbäumen?

Bei Neuwagen zeigt sich ein gespaltener Markt. Elektroautos wurden um 8,1 Prozent günstiger und kosten im Schnitt noch 56’229 Franken. Gleichzeitig zogen die Preise für Mild-Hybride (+9,8 Prozent), Plug-in-Hybride (+6,5 Prozent) und Diesel (+4,2 Prozent) spürbar an. Der Markt sucht sein Gleichgewicht – und findet es nicht. «Insgesamt unterliegen Elektro- und Hybridfahrzeuge stärkeren Preisbewegungen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor», sagt Alberto Sanz de Lama, Managing Director von AutoScout24 bei der SMG Swiss Marketplace Group. Mehr Modelle, mehr Angebot, mehr Regulierung – und damit mehr Unsicherheit. Trotz allem liegt der durchschnittliche Preis gebrauchter Elektro- und Hybridfahrzeuge heute rund drei Prozent unter dem Niveau von 2020. Fortschritt fühlt sich anders an.

Parallel dazu verschiebt sich der Markt leise, aber nachhaltig. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verschwinden schrittweise aus den Inseraten, während elektrifizierte Antriebe aufholen. Für viele Käuferinnen und Käufer beginnt der Weg zur Elektromobilität nicht im Showroom, sondern im Occasionsmarkt. Seit 2020 hat sich der Anteil gebrauchter Elektrofahrzeuge auf AutoScout24 nahezu verfünffacht. 2025 wurden 23 Prozent mehr gebrauchte Plug-in-Hybride und 32 Prozent mehr Mild-Hybride angeboten. BEV legten um 16 Prozent zu, Voll-Hybride immerhin um 2 Prozent. Auch bei Neuwagen wächst das elektrische Angebot kräftig, während Benziner (–12,9 Prozent) und Diesel (–24,9 Prozent) deutlich zurückgehen.

Die Zahlen basieren auf Angebotsdaten von Personenwagen aus den Jahren 2020, 2024 und 2025 und wurden fein säuberlich nach Neu- und Occasionsfahrzeugen, Antriebsarten und Fahrzeugkategorien segmentiert. Das Resultat ist ein Markt, der sich selbst unter Druck setzt: mehr Auswahl, schärfere Preise, härterer Wettbewerb. Für Käufer ist das eine gute Nachricht. Für Hersteller und Händler weniger. Und für den Mythos vom wertstabilen Elektroauto? Nun ja. Wirklich überrascht sein kann eigentlich nur, wer bis heute geglaubt hat, Politik lasse sich eins zu eins in Marktpreise übersetzen.