Von Heinz Schneider (Text)

Als Christian und Samira Sidler 2014 die «Sidler Performance GmbH» gründeten, war das Ganze zunächst eine sauber aufgesetzte Doppelspur. Digital, präzise, effizient – für Webseiten-Gestaltungen, Google-Optimierungen und Onlineauftritte mit klarer Funktion. Samira betreute die Kundschaft, hielt die Fäden zusammen, während Christian tagsüber in einer ganz anderen Welt unterwegs war. Die letzten elf Jahre – unterbrochen von einem Abstecher in die Geschäftsstelle von Carrosserie Suisse – bei Akzo Nobel, zuletzt als Verkaufsleiter (Area Sales Manager). Zwei Leben, ein Unternehmen. Und viel Erfahrung auf beiden Seiten.

Samira bringt das kaufmännische Rüstzeug mit, hat sich zur Marketingspezialistin weitergebildet und vor Kurzem auch die Fotografie für sich entdeckt – nicht als Spielerei, sondern als handfeste Dienstleistung. Christian wiederum ist ein Mann aus dem Handwerk: gelernter Spengler, später Lackierer, dann Berufsprüfung und Carrosseriemeister. Einer, der weiss, wie sich Material anfühlen muss, damit es am Ende überzeugt. Zusammen sind sie Eltern von drei Kindern – einer Tochter und zwei Buben.

Im vergangenen Jahr kam der Punkt, an dem man nicht mehr einfach weitermachen konnte wie bisher. Die Frage stand im Raum, nüchtern und unbequem: Bleibt man bei der «Sidler Performance GmbH» im vertrauten digitalen Terrain oder setzt man alles auf eine neue Karte – auf volle Selbständigkeit, auf ein neues Umfeld, auf eine neue Firma? Die Antwort hiess «Sidler Art + Design». Ein mutiger Schritt, denn mit ihm wechselten nicht nur die Geschäftsfelder, sondern auch die Perspektive. Weg vom Konzern, hinein in die eigene Werkstattrealität.

Seit Anfang 2026 sind Samira und Christian Sidler nun zu hundert Prozent selbständig erwerbend. Für den 43-Jährigen bedeutet das vor allem eines: Nähe. «Ich bin jetzt mehr lokal unterwegs als früher, ich sehe meine Frau und die Kinder mehr. Das ist toll», sagt er – und man glaubt ihm das sofort. Gleichzeitig wächst sein Netzwerk täglich. Zu den bekannten Gesichtern aus der Carrosseriebranche gesellen sich Elektriker, Sanitärprofis, Dienstleister aller Art. Menschen, die sichtbar werden wollen. Menschen, die Unterstützung brauchen.

Im April ist das neue Atelier in Oberhasli bezugsbereit. Noch regieren dort Neuanschaffung und Aufbruch. Moderne Maschinen werden installiert, darunter ein leistungsfähiger Digitalprinter und ein Laminiergerät – Werkzeuge für Ideen, die nicht am Bildschirm enden, sondern auf Fahrzeugen, Fassaden oder Textilien landen. Denn «Sidler Art + Design» denkt Gestaltung ganzheitlich. Schilder, Fahrzeugbeschriftungen, Leuchtreklamen, Schaufensterdesigns, Banner oder individuelle Sonderlösungen entstehen hier mit handwerklichem Können, moderner Technik und einem feinen Gespür für Wirkung.

«Marken brauchen Präsenz – wir liefern die Bühne», bringt Christian Sidler das Credo auf den Punkt. Dazu gehört auch die Textilveredelung, bei der Logos nicht einfach aufgebracht, sondern inszeniert werden. Arbeitskleidung, Vereinsausstattung oder Werbetextilien erhalten ein einheitliches, professionelles Erscheinungsbild – langlebig, sauber verarbeitet, passend zum Charakter des jeweiligen Betriebs. Ob Einzelstück oder Serie, sportlich oder elegant: Entscheidend ist das Detail. Und der Mut, sichtbar zu sein.

Am Ende ist die Geschichte von Samira und Christian Sidler weniger ein Bruch als eine konsequente Weiterfahrt. Mit offenem Visier, neuem Werkzeug und der Bereitschaft, Verantwortung nicht nur zu tragen, sondern zu gestalten. Selbständigkeit eben. Im besten Sinne.