In den USA wird die Nabelschnur offenbar schon im Mobilitäts-Abo mitgedacht: Manche Babys kommen zur Welt – und sind praktisch sofort Robotaxi-Passagiere. In San Francisco rief eine Frau per App einen Waymo, weil sie ins UCSF-Spital wollte. Waymo ist der selbstfahrende Fahrdienst von Google-Tochter Waymo: Das Auto rollt vor, aber am Steuer sitzt niemand – dafür arbeiten Kameras, Sensoren und Software im Dauerbetrieb. Diesmal lief der Trip allerdings nicht nach Navigationsplan, sondern nach Naturgesetz: Noch bevor der Wagen ankam, brachte die Frau ihr Kind im Fond zur Welt, in einem autonom betriebenen Jaguar I-Pace.
Ganz ohne Menschen ging es dann aber doch nicht. Waymo meldete, das System habe während der Fahrt «ungewöhnliche Aktivität» registriert und daraufhin Hilfe organisiert – sprich: Ein Mensch musste den Notruf auslösen, damit Rettungskräfte eingeschaltet werden. Mutter und Baby erreichten danach das Spital, das Fahrzeug wurde aus dem Verkehr gezogen und zur Reinigung gebracht. Autonom unterwegs, aber bei den wirklich entscheidenden Momenten bleibt es erstaunlich analog.
Für die Schweiz wirkt das wie Science-Fiction mit leichtem Slapstick-Einschlag. Dort ist das fahrerlose Taxi längst Alltag – inklusive Geburten auf dem Rücksitz, Software-Updates als Beruhigungspille und Rückrufen als Erinnerung, dass Autonomie ein grosses Wort bleibt. Die Botschaft aus Kalifornien ist simpel: Diese Technik kann beeindruckend viel. Aber wenn das Leben dazwischenfunkt, zeigt sich schnell, wer hier wirklich fährt – und wer am Ende doch wieder retten muss.