Dennis Schneider (Text)
Washington verspricht günstigere Autos und lockert die Verbrauchsvorgaben. Für 2031 soll der Flottendurchschnitt von 50,4 auf 34,5 Meilen pro Gallone sinken. Das Verkehrsministerium rechnet mit 930 Dollar weniger beim Neuwagenkauf. Die Kehrseite: Bis 2050 könnten 185 Milliarden Dollar zusätzliche Treibstoffkosten anfallen. Der endgültige Regeltext soll am Montag folgen; bis dahin bleiben die Zahlen Schätzungen.
Die Autoindustrie begrüsst den Kurswechsel. Sie verspricht sich tiefere Entwicklungskosten und mehr Spielraum für Verbrenner, SUVs und Pick-ups. Die bisherige Vorgabe sei angesichts der langsamer wachsenden Elektroauto-Verkäufe kaum zu schaffen, argumentiert die Branche. Ganz ohne Bedingungen will sie die Lockerung aber nicht: Gutschriften, mit denen Hersteller ihre Flottenwerte ausgleichen, sollen erhalten bleiben.
Als Signal könnte Washingtons Kehrtwende dennoch bis nach Brüssel reichen. Dort liegt bereits ein Vorschlag auf dem Tisch, die Klimavorgaben für 2035 zu lockern. Die US-Entscheidung dürfte den europäischen Befürwortern zusätzlicher Flexibilität Rückenwind geben – und den Streit darüber verschärfen, wie viel Verbrenner-Zukunft Europas Autobauer noch brauchen.