Von Heinz Schneider (Text)
Der Verbrenner muss diesmal zuschauen. Wenn am 8. Januar 2027 in Brüssel das «Auto des Jahres» gekürt wird, bleibt der Auspuff garantiert kalt: Erstmals in der Geschichte der renommiertesten Automobilauszeichnung Europas stehen nur Stromer im Finale. Sieben Anwärter, sieben Ladeanschlüsse. So eindeutig waren die Verhältnisse noch nie.
Die E-Mobilität bekommt damit jene Aufmerksamkeit, die sie aktuell dringend braucht. Ob Europas Automobilisten allerdings dieselben sieben Namen auf ihren Wahlzettel schreiben würden? Wohl kaum. Wer ein Auto kauft, beurteilt schliesslich auch den Kontostand, die Lademöglichkeiten und die Fahrt in die Ferien. Eine Auszeichnung kann Neugier wecken. Eine Steckdose am Parkplatz ersetzt sie noch nicht.
Mit dem Twingo E-Tech Electric hat Renault zum sechsten Mal in Folge ein Modell im Rennen. Eine solche Regelmässigkeit schafft anderswo höchstens der alljährliche Reifenwechsel. Nach den Siegen des Scénic 2024 und des Renault 5 samt Alpine A290 im Jahr darauf weiss man bei Renault zudem, wie sich die oberste Stufe des Podests anfühlt.
Auch Kia ist im Final mittlerweile Stammgast. Der EV2 ist das neunte Modell der Marke, das die Endrunde erreicht. Gleichzeitig gelingt Kia als erstem asiatischem Hersteller der sechste Finaleinzug hintereinander. Die Serie begann mit dem EV6, der 2022 gleich den Gesamtsieg holte. Nun soll der kompakte elektrische EV2 zeigen, wie viel von der gesammelten Erfahrung im kleineren Format ankommt.
Am 25. und 26. November 2026 trifft sich die Jury auf dem Testgelände Balocco in Italien zu Vergleichsfahrten. Nach der Schlussabstimmung wird der Sieger am 8. Januar 2027 an der Brüsseler Automobilausstellung bekannt gegeben. Bis dahin bleibt offen, wer die Trophäe mitnimmt. Nur der Verbrenner kann sich seinen Platz auf der Zuschauertribüne schon einmal reservieren.
Das sind die sieben Finalisten
BMW iX3
Cupra Raval
Hyundai Ioniq 3
Kia EV2
Renault Twingo
Volkswagen ID. Polo
Volvo EX60