Carwing-Redaktion (Text)
Traditionspflege kann sich auszahlen. McLaren Racing verkauft laut Reuters fünf Formel-1-Autos aus seiner Werkssammlung. Die Fahrzeuge stammen aus den Jahren 1991 bis 2023 und sollen ihren neuen Besitzern fahrbereit übergeben werden.
Das Angebot reicht von zwei Honda-V12-McLaren, die Gerhard Berger im Rennen fuhr und Ayrton Senna testete, über einen 2012er MP4/27A mit Jenson-Button- und Lewis-Hamilton-Geschichte bis zu zwei früheren Rennwagen von Lando Norris. Im jüngsten Auto sass später auch Brad Pitt: Der Schauspieler durfte den McLaren im Umfeld des Films «F1» in Austin ausprobieren. Rennsportgeschichte mit Hollywood-Zugabe.
Eine Auktion ist nicht vorgesehen. Die Autos werden einzeln über den britischen Spezialhändler Tom Hartley Jnr angeboten. Reuters nennt Erwartungen von fünf bis zehn Millionen Pfund pro Fahrzeug; offizielle Einzelpreise wurden nicht veröffentlicht.
McLaren-Chef Zak Brown begründet den Verkauf damit, dass die Wagen wieder gefahren werden sollen, statt im Lager zu stehen. Gleichzeitig will das Team sein Geschäft mit historischen Rennwagen beleben.
Ganz ungelegen dürften die Einnahmen allerdings kaum kommen. McLaren Racing Limited verbuchte 2025 trotz rund 588,5 Millionen Pfund Umsatz einen Verlust von 17,4 Millionen nach Steuern. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch hohe Beteiligungsvergütungen an Mitarbeitende. Ein Notverkauf ist damit nicht belegt. Dass frisches Geld willkommen sein dürfte, liegt dennoch nahe: Auch eine ruhmreiche Vergangenheit darf der Gegenwart gelegentlich etwas einbringen.