Bei der Generalversammlung von «Carrosserie Suisse Neuenburg JU BE fr.» rückten gleich mehrere Themen ins Zentrum, die für die Westschweizer Betriebe von Bedeutung sind: die Aktivitäten der Sektion, die Entwicklung der Berufsbildung, die Umsetzung des Gesamtarbeitsvertrags und die gezielte Förderung der Carrosserieberufe. Es ging damit weniger um formale Pflichtübungen als um jene Fragen, die im Alltag der Branche längst angekommen sind – in den Werkstätten, in den Ausbildungsbetrieben und bei den Mitarbeitenden.
Auch personell wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der bisherige Sekretär Charles Constantin stellte seine Nachfolgerin Emmanuelle Clerc vor. Sie übernimmt als Fachmitarbeiterin der CNCI künftig die Leitung des Sektions-Sekretariats. An der organisatorischen Einbettung ändert sich nichts: Die Sektion bleibt weiterhin innerhalb der CNCI verankert und ist Mitglied der «Union neuchâteloise des arts & métiers». Damit bleibt auch die Nähe zum regionalen Gewerbe gewahrt – ein Vorteil in einer Branche, in der kurze Wege oft mehr bewirken als lange Strategiepapiere.
Präsident Paulo Roxo betonte in seinem Rückblick die Bedeutung einer starken Stimme der Romandie innerhalb des nationalen Verbandes «Carrosserie Suisse». Der Austausch unter den Westschweizer Sektionen sei entscheidend, sagte Roxo, «um gemeinsame Anliegen wirkungsvoll einzubringen». Gleichzeitig würdigte er die Investitionen des Verbandes in die Berufsbildung. Besonders die Qualität der Ausbildungsunterlagen und der Dienstleistungen hob er hervor. In Zeiten, in denen qualifizierter Nachwuchs nicht einfach vor der Werkstatttür Schlange steht, bleibt die Berufsbildung ein zentrales Fundament der Branche.
Ein weiteres Schwergewicht lag auf dem GAV. Seit dem 1. April 2025 ist er allgemeinverbindlich und gilt für alle Carrosseriebetriebe. «Die Kontrollen in den Betrieben haben inzwischen begonnen», sagte Charles Constantin, der als scheidender Sektionssekretär auch Mitglied der paritätischen Kommission der Romandie ist. Zugleich verwies er auf einen Punkt, der für die Betriebe stark an Bedeutung gewinnen dürfte: die Weiterbildung. «Gemäss GAV haben Mitarbeitende Anspruch auf drei Weiterbildungstage pro Jahr. Deshalb plant die Sektion die Organisation zusätzlicher Weiterbildungskurse in Le Locle.» Damit wird Weiterbildung nicht nur als Pflicht verstanden, sondern als Investition in Fachkompetenz und Zukunftsfähigkeit.
Zum Abschluss stellte Constantin die Plattform «ne-ed.ch» vor. Sie soll Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility vernetzen und den Austausch bewährter Praktiken fördern. Ziel ist es, nachhaltiges Wirtschaften in der Region weiterzuentwickeln – nicht als wohlklingendes Etikett, sondern als praktische Aufgabe für Betriebe, die Verantwortung übernehmen wollen.