Der «Verein zur Förderung der Carrosserieberufe» (VFCB) lud seine Mitglieder zur jährlichen Versammlung ins «The Valley»-Areal in Kemptthal. Ein passender Ort: Wo einst Industriegeschichte geschrieben wurde und heute Start-ups, Gastronomie und Gewerbe nebeneinander werkeln, ging es um nichts weniger als die Zukunft der Carrosserieberufe. Und die präsentierte sich erfreulich lebendig.
Vereinssekretär Daniel Röschli blickte zunächst auf jene Projekte zurück, bei denen die Unterstützung des VFCB spürbar Wirkung zeigt. Dazu gehören die «Swiss Skills» ebenso wie die «World Skills» im September, an denen Davide Manieri (Lackierer) und Gilles Glauser (Spengler) antreten werden. Auch bei den Schweizer Meisterschaften tut sich etwas: Für die Zeit ab 2029 ist ein neues Konzept in Erarbeitung. Nachwuchsförderung bleibt damit nicht bloss ein schönes Wort für Sonntagsreden, sondern wird weiter handfest vorangetrieben.
Ein zentrales Ziel des VFCB bleibt es, Mitglieder zu halten und neue zu gewinnen, um die Carrosserieberufe breiter und stärker unterstützen zu können. Dass dies keine reine Absichtserklärung ist, zeigte sich gleich vor Ort: Mit «Ticino Ricambi», «BS Parts» und «Weinmann Technologies» sind drei neue Mitglieder aus dem Bereich der Materialzulieferer dazugestossen.
Auch organisatorisch wurde nachgeschärft. In den Statuten ist nun präziser festgehalten, wofür die Vereinsmittel eingesetzt werden können: etwa für Projekte in Berufsbildung und Berufsmarketing, für Ausstattungen der üK-Center, Aktivitäten der Sektionen sowie Meisterschaften. Zudem muss sich der Vorstand künftig aus fünf statt vier Personen zusammensetzen. Die Mehrheit wird neu aus den Reihen der Lieferanten stammen – ein Schritt, der die Rolle der Zulieferer im Verein deutlicher abbildet.
Frischen Wind bringt eine eigens geschaffene Marketing-Arbeitsgruppe. Sie hat ein Logo und Flyer für potenzielle Mitglieder erarbeitet und treibt den Aufbau einer Website voran. Zudem soll die Doppelseite im «Carrossier» nicht mehr nur Raum für die Logopräsenz bieten, sondern VFCB-Mitgliederbetriebe stärker sichtbar machen. Mathias Dufaux aus dem Vorstand erklärte, die Idee sei, in jeder Ausgabe pro Kategorie ein Mitglied und dessen Beweggründe fürs Mitmachen vorzustellen. Eine gute Idee – denn ein Verein lebt bekanntlich nicht von Statuten allein, sondern von Gesichtern, Geschichten und Überzeugung.
Zum Schluss richtete sich der Blick nach vorne: Mit dem «Forum Carrosserie» am 4. November anlässlich der «Auto Züri» schafft der Verband eine Begegnungszone für die Branche. Der Anlass soll an frühere Branchenevents anknüpfen und Versicherungen, Mitglieder und Zulieferer im lockeren Rahmen zusammenbringen. Netzwerkpflege also, aber ohne steifen Sitzungsduft. Genau das kann einer Branche guttun, die viel kann, viel leistet – und sich ruhig noch etwas selbstbewusster zeigen darf.