Von Heinz Schneider (Text)
Beim Netzwerk «Certified First Switzerland» (CFS) weht seit Anfang März ein neuer Wind – allerdings keiner, der alles durcheinanderwirbelt, sondern eher einer, der das System sauber auf Zug hält. Richard Schöller hat die operative Leitung per 1. März 2026 an Christoph Kronig übergeben. Und der neue Mann an der Spitze hat offenbar keine Anlaufzeit beansprucht: In den vergangenen Tagen wurde mit spürbarem Tempo an der Fertigstellung des Jahresprogramms 2026 gearbeitet. Nun liegt die fünfte Ausgabe vor – und sie zeigt ziemlich klar, wohin die Reise gehen soll.
Das neue Jahresprogramm versteht sich nicht bloss als Kurskalender für ein paar Weiterbildungstage zwischen Richtbank, Lackstand und Kundenempfang. Es ist vielmehr ein strategisches Instrument, mit dem CFS seine Mitglieder in einem Markt stärken will, der seit Jahren anspruchsvoller wird. Der Druck auf Margen steigt, die Technik wird komplexer, die Anforderungen an Dokumentation, Sicherheit und Kundenkommunikation ohnehin. Wer heute eine Carrosserie zukunftsfähig aufstellen will, braucht mehr als saubere Spaltmasse und ein gutes Auge für Farbton und Finish. Er braucht auch betriebswirtschaftliches Verständnis, Prozesssicherheit und die Fähigkeit, neue Geschäftsfelder rechtzeitig zu erkennen.
Genau dort setzt das Jahresprogramm 2026 an. Es verbindet technische Kompetenz mit Management-Know-how und Prozessverständnis – eine Kombination, die in der Reparaturbranche keine Kür mehr ist, sondern längst Pflicht. CFS positioniert sich damit weiterhin als Netzwerk, das die unterschiedlichen Bedürfnisse der Branche aufnimmt und seinen Mitgliedern konkrete Werkzeuge an die Hand gibt. Für die angeschlossenen Betriebe bedeutet das nicht nur Weiterbildung im klassischen Sinn, sondern auch eine Stärkung der eigenen Marktposition. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen profitieren davon, im Verbund aufzutreten und damit gegenüber Kunden, Partnern und potenziellen Auftraggebern mit mehr Gewicht und Sichtbarkeit aufzutreten.
Hinzu kommt ein Punkt, der im Alltag gerne unterschätzt wird, obwohl er bares Geld und echte Entwicklungschancen bedeutet: Die Netzwerkmitglieder profitieren von einem erweiterten Ausbildungsangebot – unlimitiert und kostenlos. In einer Branche, in der Weiterbildung oft am Zeitbudget oder an den Kosten scheitert, ist das alles andere als ein Nebensatz. Es ist vielmehr ein handfester Wettbewerbsvorteil.
Inhaltlich setzt «CFS 2026» auf eine breite Themenpalette. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Flottenmarkt. Der neue ganztägige Kurs «Erfolgreich im Flottenmarkt», der am 7. April 2026 in Nottwil stattfindet, greift ein Thema auf, das viele Betriebe zwar kennen, aber längst nicht alle systematisch bearbeiten. Der Hintergrund ist klar: Die Hälfte der neu zugelassenen PWs auf Schweizer Strassen sind Firmenfahrzeuge. Damit verschiebt sich die Entscheidungshoheit bei Schadenreparaturen zunehmend weg vom einzelnen Fahrzeughalter hin zu Flottenverantwortlichen, Leasinggesellschaften oder anderen professionellen Akteuren. Wer diesen Markt bedienen will, muss deren Bedürfnisse kennen – und zwar nicht ungefähr, sondern präzise.
Im Kurs soll genau dieses Verständnis vermittelt werden. Teilnehmer lernen, die Motivation und Anforderungen von Flottenbesitzern zu analysieren und daraus strategische Entwicklungen für den eigenen Betrieb abzuleiten. Das ist klug angesetzt, denn der Flottenmarkt folgt eigenen Regeln: Geschwindigkeit, Verlässlichkeit, standardisierte Abläufe und nachvollziehbare Kommunikation sind dort mindestens so wichtig wie das handwerkliche Resultat. Anders gesagt: Gute Arbeit allein genügt nicht, wenn der Prozess rundherum holpert. CFS hofft auf ein paar Anmeldungen mehr, damit diese extrem interessante Schulung auch wirklich durchgeführt werden kann.
Ebenfalls neu beziehungsweise praxisnah positioniert ist der Kurs «Die Kunst der Kunststoff-Reparatur» vom 15. April 2026 in Winterthur. Der Titel klingt fast ein wenig nach Feinarbeit im Atelier, meint aber knallharten Werkstattalltag. Ob gerissen oder durchstossen – moderne Kunststoffbauteile verlangen spezifisches Know-how, sauberes Vorgehen und ein sicheres Gespür für Material und Methode. Der Kurs richtet sich an Spengler und Lackierer sowie handwerkliche Allrounder. Das ist sinnvoll, denn Kunststoffreparaturen sitzen genau an der Schnittstelle zwischen Technik, Materialkenntnis und Wirtschaftlichkeit. Wer hier sauber repariert statt vorschnell ersetzt, arbeitet nicht nur fachgerecht, sondern oft auch im Sinne von Kunde, Versicherer und Ressourcenschonung.
Daneben zeigt das Programm, dass CFS den Betrieb als Ganzes im Blick hat. So stehen mit dem Social Media Crashkurs am 22. April in Nottwil und den «Grundlagen fürs Marketing» am 30. September in Glattbrugg auch Themen auf der Agenda, die früher in manchen Werkstätten bestenfalls unter «macht vielleicht der Sohn vom Chef nebenbei» liefen. Heute ist Sichtbarkeit am Markt ein relevanter Faktor – auch für die Betriebe. Wer online nicht vorkommt, findet im Zweifel schlicht nicht statt.
Weitere Details über die Kurse und die CFS-Mitgliedschaft gibt es über «www.certifiedfirst.ch» oder per Mail:
| Die weiteren Eintageskurse in 2026 | ||
| Kurs | Datum | Ort |
| Social Media Crashkurs | 22. April 2026 | Nottwil |
| Dellendrücken | 23. April 2026 | Winterthur |
| Professionelle Schadenabwicklung | 30. April 2026 | Nottwil |
| Serviceberatung u. Kundenkommunikation | 09. Juni 2026 | Nottwil |
| Sicheres Arbeiten an E-Fahrzeugen (HV-Zertifizierung) | 01. September 2026 | Nottwil |
| Sicheres Arbeiten an E-Fahrzeugen 2 (HV-Vertiefung) | 02. September 2026 | Nottwil |
| Effiziente Fahrzeugaufbereitung und Pflege | 16. September 2026 | Glattbrugg |
| Grundlagen fürs Marketing | 30. September 2026 | Glattbrugg |
| Mitarbeiterführung im KMU | 15. Oktober 2026 | Nottwil |
| Leadership und Management | 12. November 2026 | Nottwil |