Von Heinz Schneider (Text)

Bei einer Flotte von rund 500 Fahrzeugen ist ein Schadenfall nie einfach nur ein Kratzer im Lack. Er ist ein Datensatz, ein Werkstatttermin, ein Kostenfaktor, ein Ausfallrisiko – und oft auch ein Stresstest für die Organisation dahinter. Genau an dieser Stelle setzt die Zusammenarbeit zwischen der «Swiss Household Services AG» und dem «HCG Schadenmanagement» an. Die Fahrzeuge der unter der Marke Fust schweizweit bekannten Fachgeschäftskette werden im Schadenfall durch das Team von «HCG» betreut. Der eigentliche Unterschied liegt jedoch nicht nur im Reparaturnetzwerk, sondern in der digitalen Verzahnung der Prozesse.

Die «Swiss Household Services AG» mit Sitz in Oberbüren (SG) betreibt unter der Marke Fust eine der bekanntesten Schweizer Fachgeschäftsketten für Elektrohaushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Computer. Zum Angebot gehören zudem professionelle Geräte und Lösungen für Gastronomie und Betriebsverpflegung sowie die Planung und Erstellung von Anlagen und Bauten im Küchen- und Sanitärbereich. Das Unternehmen ist also nicht nur im Verkauf präsent, sondern auch dort unterwegs, wo geliefert, montiert, installiert und gewartet wird. Eine Flotte dieser Grössenordnung ist dabei kein Beiwerk, sondern ein zentraler Teil der täglichen Leistungsfähigkeit.

Wenn eines der rund 500 Autos beschädigt wird, beginnt der Prozess nicht mehr mit Telefonnotizen, E-Mail-Schlaufen oder einem Formular, das irgendwo zwischen Handschuhfach und Büro liegen bleibt. Der Fahrer erfasst den Schaden direkt über eine App. Die Meldung wird dann über eine bi-direktionale Schnittstelle sowohl an das Flottenmanagementsystem von Fust als auch an die HCG-Schadenabwicklungssoftware übermittelt. Was trocken nach IT klingt, ist in der Praxis ein erheblicher Fortschritt: Der Schadenfall ist von Anfang an dort sichtbar, wo er bearbeitet, gesteuert und kontrolliert werden muss.

Der entscheidende Punkt ist der Datenaustausch in Echtzeit. Die Systeme beider Unternehmen bleiben laufend synchron, sämtliche relevanten Informationen sind aktuell verfügbar. Dadurch können Schadenfälle vollständig digital verarbeitet und rasch an das Reparaturwerkstattnetzwerk von «HCG» weitergeleitet werden. Für das Flottenmanagement bedeutet das weniger Nachfassen und weniger administrative Reibung. Oder etwas weniger technisch formuliert: Die Information muss nicht mehr hinter dem Schaden herlaufen.

Im Flottengeschäft ist diese Prozesssicherheit von Bedeutung. Ein einzelner Schaden lässt sich fast immer irgendwie organisieren. Bei mehreren hundert Fahrzeugen entscheidet jedoch nicht der Einzelfall über die Qualität des Systems, sondern die Summe der Abläufe. Je klarer die Prozesse definiert sind, desto besser lassen sich Standzeiten, Reparaturkosten und interne Aufwände kontrollieren. Genau hier entsteht der Mehrwert der Zusammenarbeit: Schadenfälle werden nicht isoliert behandelt, sondern als Teil eines durchgängigen digitalen Workflows.

Für Fust bringt diese Anbindung eine deutliche Entlastung im Flottenmanagement. Der administrative Aufwand sinkt, weil Informationen nicht doppelt erfasst, manuell weitergeleitet oder in verschiedenen Systemen nachgeführt werden müssen. Zudem lassen sich Prozesskosten reduzieren, weil der Ablauf vom Schadenereignis bis zur Reparaturzuweisung schlanker und transparenter wird. Das klingt nach Büroeffizienz, hat aber ganz handfeste Auswirkungen auf den Betrieb. Denn jedes Auto, das schneller und kontrollierter wieder einsatzbereit ist, fehlt weniger lang im Tagesgeschäft.

Auch auf der Kostenseite spielt «HCG» seine Rolle aus. Die Zürcher setzen auf kostenoptimierte Reparaturwege und fördern alternative Reparaturmethoden, wo diese sinnvoll sind. Nicht jedes beschädigte Bauteil muss automatisch ersetzt werden, wenn eine sachgerechte Instandsetzung möglich ist. Dieser Ansatz kann Reparaturkosten nachhaltig senken und schont zugleich Ressourcen. In Zeiten, in denen Flottenbetreiber Kosten, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit gleichzeitig im Blick behalten müssen, ist das kein Nebenaspekt mehr, sondern Teil einer modernen Schadenstrategie. Oder anders gesagt: Der Schaden selbst lässt sich nicht immer vermeiden. Der Aufwand danach schon eher.