Carwing-Redaktion (Text)
Beim Totalrepair Event in Sursee ging es um die Zukunft von 139 Partnerbetrieben. Hinter dem AMAG-Netzwerk stehen klare wirtschaftliche Interessen und ein bereits veröffentlichter Branchenfahrplan. Der führt von grossen Klimazielen bis zu undichten Druckluftanschlüssen.
Der Kunde hat einen Blechschaden. Der Importeur ein Interesse daran, dass er damit zum Markenpartner fährt. Totalrepair bringt beides zusammen: Die angeschlossenen Betriebe reparieren das Auto und übernehmen die Abwicklung mit der Versicherung. Kundenbindung nennt die AMAG ausdrücklich als einen Nutzen des Netzwerks.
Der Name hat eine Vorgeschichte. Mitte 2023 führte die AMAG Import AG das Label Totalrepair ein und löste damit ihr bisheriges Netzwerk «Unfallspezialist» ab. Im März 2024 nannte die AMAG rund 130 Betriebe. Heute nennt die AMAG 139 aktive Partner in der Schweiz.
Dazu gehören AMAG-Garagen und private Markenvertreter. Die Ausrichtung ist klar: Volkswagen, Audi, Seat, Škoda, Cupra und VW Nutzfahrzeuge. Zum Konzept gehören Reparaturen nach Herstellervorgaben mit Originalteilen und eine digital dokumentierte Schadenabwicklung. Damit verbindet das Netzwerk handwerkliche Standards mit der Betreuung des Kunden im Markenumfeld.
Am 3. September trafen sich über 100 Teilnehmende im Campus Sursee zum «Totalrepair Event 2026». Auf dem Programm standen unter anderem Online-Schadenmeldungen, digitales Schadenmanagement, Schadensteuerung und neue Reparaturtechnologien. Hochvolt, neue Materialien und vernetzte Fahrzeuge erhöhen den Bedarf an Weiterbildung und passender Ausrüstung. Das gemeinsame Wissen soll den Betrieben helfen, damit Schritt zu halten.
Beim Thema Nachhaltigkeit lohnt sich der Blick zurück. Bereits am 27. Februar 2025 wurde der Branchenfahrplan vorgestellt, den die AMAG mit der act Cleantech Agentur Schweiz und sieben Pilotbetrieben erarbeitet hatte. EnergieSchweiz unterstützte das Projekt. Der Fahrplan ist öffentlich zugänglich und soll auch Betrieben ausserhalb von Totalrepair helfen.
Was darin steht, ist stellenweise erfreulich bodenständig. Bei den damaligen Begehungen fanden die Fachleute in allen sieben Pilotbetrieben undichte Stellen im Druckluftsystem, meist an Anschlussstücken und mobilen Werkzeugen. Manche Betriebe schalteten die Druckluftproduktion nachts ab, bei anderen blieb sie eingeschaltet. Die grosse Transformation beginnt gelegentlich dort, wo es leise zischt.
Der Fahrplan nennt zudem Lackierverfahren mit tieferen Temperaturen, den Ersatz fossiler Wärmeerzeuger und die Optimierung von Anlagen und Betriebsabläufen als Ansatzpunkte. Er hält auch fest, dass je nach Ausgangslage grössere Investitionen nötig sind, die sich erst über längere Zeit auszahlen. Für die Betriebe ist der Weg zur nächsten Effizienzstufe damit auch eine Frage der Investitionsplanung.
In Sursee wurde erstmals das neue Bild-Schrift-Logo zur Nachhaltigkeitsinitiative «TR WAY 2 ZERO» vorgestellt. Wie viel CO₂ die Massnahmen im Totalrepair-Netz bisher tatsächlich eingespart haben, beziffert die aktuelle Mitteilung nicht. Das wäre Stoff für die nächste Meldung.