Wenn nach einem heftigen Hagelzug Dutzende beschädigte Fahrzeuge auf dem Hof stehen, wird es im Carrosseriebetrieb schnell ungemütlich. Begutachten, dokumentieren, kalkulieren, mit Versicherungen abstimmen – und nebenbei sollte die Werkstatt möglichst normal weiterlaufen. Bei der «Carrosserie DSW» in Wetzikon übernimmt deshalb ein Hagelscanner einen Teil dieser Arbeit.

«Nach einem grösseren Hagelschadenereignis standen wir früher vor der Wahl: entweder Turbulenz im Betrieb oder lange Wartezeiten für die Kunden», sagt Mitinhaber Alberto De Simone. Heute fährt das beschädigte Fahrzeug durch den Scanner, der die Dellen automatisch erfasst und innert Minuten eine digitale Schadenkarte erstellt. Daraus entsteht eine Kalkulationsgrundlage, die auch der Versicherung zur Verfügung gestellt werden kann.

Der eigentliche Gewinn liegt für De Simone nicht nur beim Tempo. Die standardisierte Erfassung macht die Schadenbewertung nachvollziehbarer und reduziert Diskussionen über Anzahl und Ausmass der Dellen. «Die Ergebnisse sind eindeutig. Das verändert die gesamte Zusammenarbeit mit den Gutachtern», sagt er.

Weil die Schäden digital dokumentiert sind, müssen Versicherungsexperten zudem seltener persönlich nach Wetzikon fahren. Das spart Zeit und Personal – und nebenbei auch einige Kilometer auf der Strasse. Für De Simone ein durchaus willkommener Effekt: «Das schont nicht nur Personalressourcen, sondern auch die Umwelt.»

Auch intern bringt die schnelle Bestandsaufnahme Vorteile. Ist früh klar, wie viele Fahrzeuge mit welchem Reparaturaufwand anstehen, lassen sich Personal, Werkstattauslastung und Materialbedarf besser planen. Gerade nach grösseren Hagelereignissen kann das den Unterschied zwischen geordnetem Betrieb und improvisiertem Ausnahmezustand ausmachen. Für die Kunden wiederum wird schneller sichtbar, was die Reparatur voraussichtlich kostet. «Keine unangenehmen Überraschungen bei der Endabrechnung», sagt De Simone.

Der Scanner passt zur technischen Ausrichtung des vor 30 Jahren gegründeten Betriebs. Seit 2013 arbeitet «DSW» mit «Akzo Nobel» und dessen Lackmarke Sikkens zusammen. Automatische Mischtechnik, lufttrocknende Klarlacke und digitale Prozesswerkzeuge gehören inzwischen ebenfalls zum Alltag. Der Hagelscanner ist dabei wohl die auffälligste Investition – vor allem dann, wenn der nächste Sommergewitterzug seine Visitenkarte auf Motorhauben und Dächern hinterlassen hat.