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    AkzoNobel-Verkauf: Sherwin-Williams lässt die Tür offen

Carwing-Redaktion (Text)

Der Verkauf von AkzoNobels europäischem Reparaturlackgeschäft beschäftigt inzwischen auch die Konkurrenz öffentlich. Sherwin-Williams-Chefin Heidi Petz hat sich zu möglichen Übernahmen geäussert. Gleichzeitig gibt es einen Bericht über mehrere Interessenten. Ein Käufer steht damit noch nicht fest.

Wer bekommt AkzoNobels europäisches Reparaturlackgeschäft? Seit der offiziellen Bestätigung des Verkaufsplans am 21. Oktober richtet sich der Blick auf mögliche Abnehmer. Nun liefert ausgerechnet ein grosser Wettbewerber einen neuen Anknüpfungspunkt: Sherwin-Williams.

Im Gespräch mit Finanzanalysten zu den Quartalszahlen vom 27. Oktober wurde Konzernchefin Heidi Petz nach möglichen Übernahmen gefragt. Der Fragesteller nannte dabei ausdrücklich AkzoNobels europäisches Reparaturlackgeschäft. Petz blieb in ihrer Antwort grundsätzlich: Sherwin-Williams schaue sich Unternehmensteile an, die zur eigenen Strategie passten und deren Umsetzung beschleunigten. Allerdings sei man nicht bereit, zu viel zu bezahlen. Ein Angebot oder Gespräche mit AkzoNobel bestätigte sie nicht.

Bereits am 22. Oktober hatte das Wirtschaftsportal Equity Report, das über Unternehmensübernahmen und Wettbewerbsverfahren berichtet, von mehreren möglichen Käufern geschrieben. AkzoNobel habe entsprechende Interessenbekundungen erhalten. Im öffentlich zugänglichen Teil des Berichts werden keine Namen genannt. Wer tatsächlich verhandelt und wie weit die Gespräche gediehen sind, bleibt damit offen.

Den Verkaufsplan selbst hat AkzoNobel auch in einer offiziellen Börsenunterlage bestätigt. Die geplante Abgabe des europäischen Fahrzeugreparaturlackgeschäfts soll zusammen mit dem Verkauf von Axaltas nordamerikanischem Holzbeschichtungsgeschäft den Weg für die Fusion freimachen. Der Zusammenschluss unter dem Namen Axanzo wird weiterhin für Anfang 2027 angestrebt.

Noch nicht geklärt ist, was ein Käufer genau erhält. AkzoNobel-Chef Greg Poux-Guillaume erklärte am 21. Oktober, bei Produktionsanlagen seien unterschiedliche Lösungen je nach den Bedürfnissen eines Interessenten möglich. Für Lackierbetriebe zählt deshalb nicht allein der Name des künftigen Eigentümers. Entscheidend sind auch die Rechte an den Marken Sikkens und Lesonal, der Zugang zu Farbtondaten, die technische Betreuung und bestehende Lieferbeziehungen. Welche Schweizer Aktivitäten zum europäischen Verkaufspaket gehören, ist öffentlich noch nicht präzisiert.

Die jüngste Aussage von Sherwin-Williams liefert der Käuferdebatte einen neuen Anhaltspunkt. Eine Kaufzusage ist sie nicht. Zwischen grundsätzlicher Offenheit und einer Unterschrift liegt noch ein beträchtlicher Unterschied.