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    PPG stärkt das Zubehörgeschäft: EMM wird Teil des Konzerns

Von Dennis Schneider (Text)

PPG greift im Werkstattalltag nach dem, was am Ende oft entscheidender ist als der Lack selbst: nach den Verbrauchsmaterialien und dem Prozess-Zubehör. Per 2. Januar 2026 hat der US-Konzern EMM International BV übernommen, ein in Zwolle (NL) ansässiges Unternehmen mit über 40 Jahren Historie und Präsenz in mehr als 100 Ländern. Zum Paket gehören die im Reparaturgeschäft bestens bekannten Marken Colad und Finixa (Lackierzubehör und Verbrauchsmaterial) sowie Hamach, die unter anderem Schleifzubehör und Absaug- beziehungsweise Staubsaugerlösungen liefert. Einen Kaufpreis nennt PPG nicht.

Offiziell klingt alles nach sanfter Landung: EMM spricht von «Alles bleibt wie bisher», für Kunden sollen Dienstleistungen, Ansprechpartner und Abläufe vorerst unverändert bleiben. PPG wiederum verkauft den Schritt als strategische Ergänzung – weg vom reinen Lackverkauf, hin zu Lösungen rund um den gesamten Arbeitsprozess, die Carrosseriewerkstätten durch alle Phasen der Reparatur begleiten sollen. Übersetzt heisst das: Wer den Lack liefert, will künftig auch Becher, Maskierung, Schleifmittel, Absaugung und damit den Takt der Arbeit mitbestimmen.

Für die Schweiz dürfte kurzfristig tatsächlich wenig passieren – die EMM-Produkte sind in vielen Betrieben längst etabliert, die Beschaffung läuft über bestehende Kanäle, und genau diese Kontinuität betonen beide Seiten. Spannend wird die mittlere Frist: PPG könnte im hiesigen Markt Refinish-Produkte und Verbrauchsmaterial enger bündeln, Schulungen und Prozessstandards stärker verzahnen und Werkstätten eine durchgängige Systemlogik anbieten – mit potenziellen Effizienzgewinnen im Alltag, von der Vorbereitung bis zum Finish. Gleichzeitig wächst der Druck auf unabhängige Händler und Nischenanbieter, wenn ein Grossanbieter mehr Teile der Wertschöpfungskette aus einer Hand orchestriert. Ob daraus ein echter Vorteil für Schweizer Carrosserie- und Lackierbetriebe wird oder vor allem eine weitere Stufe der Abhängigkeit, entscheidet sich weniger in Pressemitteilungen als an den Konditionen – und daran, wie konsequent PPG die Integration später tatsächlich spielt.