Von Heinz Schneider (Text) und Irene Schneider (Fotos)

Für Davide Manieri zählt derzeit jeder Handgriff. Bis zur Berufs-WM in Shanghai vom 22. bis 27. September 2026 arbeitet der Schweizermeister der Carrosserielackierer an Präzision, Tempo und den Abläufen, die im Wettkampf sitzen müssen.

Ende Juli trainierte der Reinacher im «Refinish Competence Center» (CRR) in Wangen (BE). Unter der Leitung von Coach Pascal Lehmann und Daniel Meier von Surventis übte er verschiedene Arbeiten, wie sie auch in Shanghai verlangt werden könnten. Dazu gehörte unter anderem die Reparatur einer Motorhaube mit Spachtel und Füller. Anschliessend wurde sie innen schwarz und aussen in einem Perlmuttfarbton lackiert. Den Abschluss bildete eine zusätzliche Designarbeit.

Doch saubere Arbeit allein reicht an den «World Skills» nicht. Ebenso entscheidend ist das Zeitmanagement. Die Teilnehmenden müssen laufend abschätzen, wie viel Zeit sie für die einzelnen Arbeitsschritte einsetzen können, ohne den gesamten Ablauf aus dem Blick zu verlieren. Gefragt sind deshalb Präzision, Routine und die Fähigkeit, auch unter Druck ruhig zu bleiben.

Besonders gerne trainiert Manieri Spotlackierungen – und am liebsten möglichst anspruchsvolle. «So schwierig wie möglich, dann passt es für mich», sagt er. Das passt zu seiner Art: Herausforderungen nimmt er nicht als Hindernis, sondern als Teil der Vorbereitung.

Coach Pascal Lehmann hebt vor allem die Konzentrationsfähigkeit und Entschlossenheit seines Schützlings hervor. «Wenn jemand über eine so lange Trainingszeit mit so viel Beharrlichkeit und Konsequenz arbeitet und dabei nie den Fokus verliert, dann ist das schon sehr bemerkenswert.»

Auch ausserhalb der Lackierkabine bereitet sich Manieri gezielt vor. Zusätzlich verbessert er seine Englischkenntnisse, denn Englisch ist die offizielle Wettkampfsprache in Shanghai. Dort möchte er möglichst ohne Übersetzer auskommen und direkt mit Experten und den anderen Teilnehmenden kommunizieren können.

Bis zur Abreise bleibt also noch einiges zu tun. Manieri arbeitet daran mit derselben Haltung, die auch im Wettkampf gefragt sein wird: konzentriert, konsequent und ohne unnötige Umwege.