Carwing-Redaktion (Text)
Die geplante Fusion der Lackgiganten Axalta und AkzoNobel im Umfang von rund 25 Milliarden Dollar nimmt eine entscheidende Hürde ins Visier. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 8. Oktober 2026 unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, könnte die EU-Kommission dem Zusammenschluss zustimmen. Allerdings nicht ohne Zugeständnisse: Offenbar soll AkzoNobel sein Geschäft mit Autoreparaturlacken verkaufen, um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen.
Damit rücken insbesondere die bekannten Reparaturlackmarken Sikkens und Lesonal ins Zentrum des Geschehens. Noch ist allerdings weder offiziell bestätigt, welche Unternehmensteile tatsächlich verkauft werden müssten, noch wer als Käufer infrage kommt. Ein entsprechendes Angebot mit Zugeständnissen wird laut Reuters für die kommende Woche erwartet. Die ursprünglich auf den 22. Oktober angesetzte Entscheidung der EU-Kommission könnte sich dadurch um zehn Arbeitstage verschieben.
Nach Informationen von Reuters sind frühere wettbewerbsrechtliche Bedenken im Pulverlackgeschäft inzwischen ausgeräumt. Damit konzentrieren sich die Gespräche mit der EU-Kommission offenbar auf das Geschäft mit Fahrzeugreparaturlacken. Eine offizielle Bestätigung der konkreten Verkaufsauflage liegt bislang nicht vor.
Unterdessen schreiten die Vorbereitungen für den Zusammenschluss voran. Die Aktionäre beider Konzerne haben der Fusion bereits im August zugestimmt. Am neuen Unternehmen sollen die bisherigen Aktionäre von AkzoNobel 55 Prozent und diejenigen von Axalta 45 Prozent halten.
Anfang Oktober kündigte AkzoNobel zudem den Verkauf seines Geschäfts mit dekorativen Farben in sieben asiatisch-pazifischen Ländern an Nippon Paint an. Der vereinbarte Unternehmenswert dieser Aktivitäten beträgt rund 1,35 Milliarden Dollar. Auch die britische Wettbewerbsbehörde prüft die Fusion. Der Abschluss des Zusammenschlusses ist weiterhin für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen und hängt von den erforderlichen Freigaben und weiteren Vollzugsbedingungen ab.
Für die Carrosserie- und Lackierbranche dürfte vor allem interessant sein, wie sich ein möglicher Besitzerwechsel auf die Vertriebsorganisationen, bestehenden Kundenbeziehungen und technischen Dienstleistungen auswirkt. Entscheidend wären insbesondere die Zukunft der Mischsysteme, der Zugang zu Farbtondaten, die technische Betreuung und bestehende Lieferverträge. Welche Aktivitäten und Systeme ein Verkauf tatsächlich umfassen würde, ist bislang offen.
Sollte die EU tatsächlich den Verkauf einer Reparaturlacksparte verlangen, würde die Fusion nicht nur zwei Konzerne zusammenführen, sondern gleichzeitig den Markt für Fahrzeugreparaturlacke neu ordnen. Für die Lackierbetriebe wäre dabei entscheidend, wer künftig ihre Produkte liefert und ihre Systeme betreut.