Von Heinz Schneider (Text)

Die Automechanika in Frankfurt ist vorbei, die Arbeit an effizienteren Werkstattabläufen geht weiter. Beispielsweise mit dem dort vorgestellten Part-Blaster: Er soll das zeitaufwändige Anschleifen von Carrosserieteilen und Felgen deutlich verkürzen. In der Schweiz ist das Strahlsystem ab sofort bei Carbesa bestellbar.

Ein Stossfänger bietet reichlich Gelegenheit, Geduld zu beweisen. Sicken, Kanten, Rundungen und enge Zwischenräume wollen sorgfältig für die Lackierung vorbereitet sein. Was schwungvoll klingt, bedeutet am Schleifplatz oft kleinteilige Handarbeit. Ähnlich verhält es sich bei aufwändig gestalteten Felgen oder verwinkelten Anbauteilen. Genau hier setzt der Part-Blaster an: Er soll einen grossen Teil dieser Arbeit maschinengestützt übernehmen und gleichmässig matte Oberflächen erzeugen.

Das Strahlsystem arbeitet mit einem «Wirbelstrom-Rotationsverfahren». Dabei führen rotierende Luftwirbel das Strahlmedium über die Oberfläche. Das Bauteil wird in eine passende Aufnahme eingespannt und lässt sich über eine bewegliche Halterung ausrichten. Das Verfahren erreicht auch schwer zugängliche Konturen und erzeugt innerhalb weniger Minuten eine homogene Mattierung ohne sichtbare Schleifspuren.

Zum Einsatzspektrum gehören Stossfänger, Kotflügel, Spiegelkappen und Anbauteile sowie Felgen. Mit entsprechender Aufnahme können laut Carbesa bis zu vier Felgen gleichzeitig bearbeitet werden. Das hilft, den Durchsatz in der Vorbereitung zu erhöhen.

Der Einsatzbereich wird ab Füllerschliff im Bereich P320 beschrieben. Von diesem Prozesspunkt an soll der Part-Blaster einen wesentlichen Teil der nachfolgenden manuellen Schleifarbeit übernehmen. Die erzielbaren Oberflächenstrukturen werden dem Bereich P320 bis P1200 zugeordnet. Die P-Bezeichnungen dienen hier als Vergleich mit Schleifkörnungen – sie sind keine Messwerte für die Rautiefe.

Für den Werkstattalltag ist damit vor allem die gezielte Mattierung entsprechend vorbereiteter Teile interessant. Welche Oberflächenvorbereitung im konkreten Fall erforderlich ist, richtet sich weiterhin nach Untergrund und vorgesehenem Lackaufbau. Eine gleichmässig matte Fläche muss schliesslich auch zum anschliessenden Beschichtungssystem passen.

Hersteller «Carvice» nennt eine Reduktion der Schleifzeit ab P320 um bis zu 50 Prozent. Diese Angabe bezieht sich auf den betreffenden Abschnitt der Vorbereitung. Wie viel Zeit der Betrieb insgesamt gewinnt, lässt sich am besten an typischen eigenen Bauteilen beurteilen – einschliesslich Einspannen, Handhabung und möglicher Nacharbeit. Für eine belastbare Kalkulation zählt der vollständige Ablauf.

Zur Ausstattung gehört eine automatische Strahlmittel-Rückgewinnung. Das eingesetzte Material wird aufbereitet und wiederverwendet. Das reduziert den Verbrauch und die laufenden Materialkosten und trägt zu einer sauberen Arbeitsumgebung bei.

Der praktische Reiz liegt in der Kombination aus weniger Handarbeit und wiederholbaren Ergebnissen. Wenn aufwändige Konturen zügiger mattiert werden können, entstehen Freiräume für andere Aufgaben im Betrieb. Wie gross dieser Vorteil ausfällt, hängt vom Teilemix und von der Auslastung der Anlage ab.