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    Sechs Ikonen, ein Pass und viel Porsche-Gefühl

Auf dem Grimselpass braucht Porsche keine grosse Bühne. Die Strasse erledigt das von selbst. Kurven, Fels, klare Luft, 2163 Meter über Meer – und dazu ein paar Fahrzeuge, die selbst im dichtesten Passverkehr nicht einfach Kulisse bleiben. Genau hier hat Porsche Schweiz Mitte Juni die erste Ausgabe von «Alpdriven» durchgeführt.

Der Pop-up-Event brachte die Marke dorthin, wo sie besonders glaubwürdig wirkt: zu den Fans und auf eine Passstrasse, die wie gemacht ist für Fahrfreude. Während es im Tal bereits sommerlich heiss wurde, blieb es oben angenehm kühl. Doch die Temperatur war für die meisten Besucher kaum der Grund für die Fahrt auf den Grimsel. Es ging um Autos, um Motorräder, um Freiheit, um das kurze Innehalten an einem Ort, an dem man automatisch ins Gespräch kommt.

Porsche Schweiz hatte dafür mehr als nur einen Kaffee-Stand aufgebaut. Auf dem Pass standen ein mobiles Event-Center mit Racing-Simulator, ein Foodtruck, ein Barista-Wagen und sechs Fahrzeuge aus der Porsche-Historie. Darunter der 935/77, der 959 Paris-Dakar und der 997 GT3 RSR «Grello». Autos, bei denen selbst beiläufiges Vorbeigehen schwierig wird. Man schaut. Dann schaut man nochmals. Und schon ist man mitten in einer Diskussion über Le Mans, Rallye-Abenteuer oder die bessere Zeit, als Heckflügel noch wie technische Drohgebärden aussahen.

«Wir wollten etwas für die Fans tun», sagte Holger Gerrmann, CEO der Porsche Schweiz AG, der selbst mit einem 911 Carrera GTS Cabriolet auf den Grimsel gefahren war. Für ihn sind diese Fahrzeuge keine nostalgischen Schaustücke, sondern zeitlose Ikonen mit Bezug zur Gegenwart. Genau das zeigte auch der neue Cayenne Turbo Electric, der als aktueller Vertreter der Modellpalette auf dem Pass stand. Mit 850 kW, also 1156 PS, brachte er die Zukunft gleich ziemlich nachdrücklich mit.

Der elektrische Cayenne stand dabei nicht im Widerspruch zu den historischen Modellen, sondern als Fortsetzung einer Erzählung. Porsche inszenierte Vergangenheit und Gegenwart nicht als Gegensätze, sondern als gemeinsame Linie. Der 959 Paris-Dakar erzählte vom Abenteuer, der «Grello» vom Rennsport, der Cayenne Turbo Electric von der nächsten Leistungsstufe. Andere Technik, gleiche Idee: ein Auto soll mehr auslösen als nur die Frage nach Verbrauch, Reichweite oder Kofferraumvolumen.

Verkaufen wollte Porsche an diesem Tag offiziell nichts. Zumindest nicht im klassischen Sinn. «Ob wir hier Kunden ansprechen, Leute, die es vielleicht einmal werden, oder einfach autobegeisterte Menschen, spielt keine Rolle», sagte Gerrmann. Im Vordergrund stehe die gemeinsame Freude am Automobil. Eine schöne Passstrasse, gutes Wetter und ein dafür passendes Auto – das sei am Ende Porsche.

Genau deshalb funktionierte «Alpdriven». Der Anlass war kein steriler Markenauftritt mit Teppichkante und Namensschild, sondern ein Treffpunkt. Wer auf dem Grimsel anhielt, um den 935 aus der Nähe zu betrachten, musste sich nicht lange erklären. Der Blick reichte. Man gehörte dazu, zumindest für diesen Moment.

Die erste Ausgabe von «Alpdriven» ist vorbei, das Konzept dürfte aber erst am Anfang stehen. Wann und wo die nächste Ausgabe stattfindet, ist noch offen. Unbemerkt wird sie kaum bleiben. Dafür ist die Mischung aus Alpenpass, Porsche-Ikonen und echter Begeisterung zu stark. Manchmal braucht es eben nicht mehr als gute Autos, eine gute Strasse und Menschen, die verstehen, warum man dafür freiwillig auf 2163 Meter fährt.

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