Oldtimer

Oldtimer-Messe: Maserati bringt drei einmalige Exponate mit

 

Sie zählt zu den wichtigsten Oldtimer-Messen Europas: die «Auto e Moto d'Epoca» in Padua, Italien. Ein Ort, wo man legendäre Motorräder sowie Autos und Sondermodelle bewundern, Ersatzteile finden und jeweils gegen 5000 Klassiker kaufen kann. Vom 25. bis 28. Oktober 2018 war es wieder soweit. Als Aussteller dabei: Maserati. Die Italiener präsentierten drei herrliche Exponate aus ihrer über 100-jährigen Markengeschichte. Sie gehören zur Umberto Panini Collection.

Maserati Tipo 420M-58 «Eldorado» (1958)
In den Fünfziger Jahren hatten Langstreckenrennen eine grosse Anziehungskraft. Deshalb beschloss man bei Maserati mit Unterstützung von Gino Zanetti, dem in Rom die Eisdiele «Eldorado» gehörte, an einem ehrgeizigen Projekt teilzunehmen. Es sah zwei 500-Meilen-Rennen in Monza (Italien) und Indianapolis (USA) vor und sollte eine Art Vergleich zwischen Europa und den USA werden. Zu diesem Zweck wurde der Tipo 420M-58 entwickelt. Er nutzte Elemente der erfolgreichen Maserati Rennwagen 250F (damals amtierender F1-Weltmeister-Wagen) und 450S (Langstreckenrennwagen). Sein V8-Motor hatte 4,2 Liter Hubraum und war aufgrund der Rennen im Gegenuhrzeigersinn asymmetrisch eingebaut. Zur Kraftübertragung diente ein Zwei-Gang-Getriebe ohne Differenzial.

Beim Debüt in Monza am 29. Juni 1958 kam Stirling Moss zum Einsatz. Er belegte in ersten beiden Läufen die Plätze vier und fünf, schied dann im dritten Lauf durch einen Unfall aus. In der Endabrechnung wurde er Siebter. Mit den Erkenntnissen aus diesen Rennen wurde der weisse «Eldorado» (der Schriftzug auf der Motorhaube war weithin erkennbar) modifiziert und die markante Heckflosse entfernt. Für den Lauf in Indianapolis 1959 erhielt er aufgrund internationaler Regularien eine rote Lackierung. Leider war der unerfahrene Gentleman-Driver Ralph Liguori nicht in der Lage, sich mit dem 420M-58 für das «Indy 500» zu qualifizieren. So blieb es für Maserati bei den beiden Indianapolis-Siegen, die Wilbur Shaw auf einem Tipo 8CTF 1939 und 1940 errungen hatte. Bis heute ist Maserati der einzige italienische Automobilhersteller, der das «Indy 500» gewann, und sogar die einzige europäische Marke, die zwei Mal hintereinander triumphieren konnte.

Maserati Merak SS (1975)
Angesichts des Erfolges vom Bora, der erste Maserati-Sportwagen mit Mittelmotor, beschloss man 1972, ihm mit dem Merak einen «kleinen Bruder» zur Seite zu stellen. Das Design stammte ebenfalls von «Italdesign» und Giorgetto Giugiaro. Als Antrieb wurde ein V6-Motor mit drei Liter Hubraum gewählt, der bereits im Citroën SM im Einsatz war. Auch wenn Bora und Merak stilistische Ähnlichkeiten besassen, unterschieden sie sich in einem wichtigen Punkt: Der kompaktere Motor des Merak erlaubte es, zwei Rücksitze zu platzieren. Sein Debüt gab das nach einem Stern im Sternbild des Grossen Bären benannte Fahrzeug 1972 auf dem Pariser Automobilsalon. 1975 folgten in Genf der überarbeitete Merak SS mit mehr Leistung und Designretuschen, 1977 eine spezielle Italienversion mit 2,0 Liter Hubraum – von Fans als «Merak Duemila» bezeichnet. Das auf dem Messestand gezeigte Fahrzeug ist der einzige mit einem Turbomotor ausgestattete Merak – ein Prototyp, der Vorbote für den Maserati Biturbo war, der 1981 vorgestellt wurde.

Maserati Khamsin (1973)
Die Bertone-Studios erhielten Anfang der Siebziger Jahre den Auftrag, ein betont elegantes 2+2-Coupé zu entwerfen, das den Ghibli ersetzen sollte. Dessen 4,9-Liter-V8-Motor sollte dabei beibehalten werden. Der nach einem ägyptischen Wüstenwind benannte Khamsin wurde 1973 in Paris vorgestellt. Mit seiner Monocoque-Struktur war er der erste Maserati mit Frontmotor, der über Einzelradaufhängungen rundum verfügte. Stilistisch herausragend beim Design von Marcello Gandini war die transparente Heckpartie, die dem Fahrzeug eine ungewöhnlich helle Erscheinung gab. Die Ölkrise jener Jahre verhinderte allerdings den grossen Erfolg, so dass vom Khamsin letztlich nur 430 Einheiten gebaut wurden. Seine Rolle als Meilenstein beruht vor allem darauf, dass er die Designphilosophie «GT» einführte, welche Leistung priorisiert, ohne die gestiegenen Erwartungen der Kunden hinsichtlich Komfort und Platzangebot zu vernachlässigen.