Von Heinz Schneider (Text)
Wenn Lugano Ende Mai die Krawatte lockert und sich zugleich den Seidenschal umlegt, ist wieder Zeit für eine Veranstaltung, bei der das Automobil nicht einfach gezeigt, sondern zelebriert wird. Vom 21. bis 23. Mai 2026 kehrt der Concours d’Elegance in die Tessiner Stadt zurück – mitten ins Herz von Lugano, auf die Piazza Riforma, entlang der Via Nassa, direkt ans Ufer des Ceresio.
Das Besondere an dieser Eleganza ist nicht nur die Qualität der Automobile, sondern das Format. Während anderswo Absperrgitter und Eventroutine dominieren, wird Lugano selbst zum offenen Salon. Zwischen Arkaden, Schaufenstern und Seepromenade entfaltet sich eine Atmosphäre, die eher an mondäne Promenadenkultur erinnert als an eine klassische Wettbewerbsschau. Man flaniert, schaut, diskutiert – und merkt schnell, dass ein schönes Auto im richtigen Licht mehr erzählen kann als manche Museumsvitrine.
Die 40 zugelassenen Fahrzeuge sind in sechs Klassen gegliedert. Die Klassen eins bis vier spannen den Bogen von 1900 bis 1979 – von den Pionierjahren bis zu jenen Klassikern, die noch nach Leder, Benzin und grosser Formkunst riechen. Klasse fünf widmet sich den Youngtimern und Supercars von 1980 bis 2025 und damit den modernen Ikonen. Die sechste Klasse setzt mit der Hommage an Ilario Bandini einen besonderen Akzent. Zum 80. Jubiläum der Marke rückt damit ein Name ins Rampenlicht, der in Kennerkreisen bis heute einen feinen Klang hat.
Doch Lugano will mehr sein als ein Treffpunkt für Sammler und Juroren. Die festliche Atmosphäre soll sich durch das Zentrum bis hinaus an die Seepromenade ziehen. Vintage-Markt, Tanzaktivitäten und Bereiche für Kinder gehören ebenso dazu.
Abgerundet wird das Wochenende durch eine Panorama-Tour, die das Fahren selbst wieder ins Zentrum rückt. Denn ein klassisches Automobil erklärt sich nie ganz im Stillstand. Es braucht Bewegung, Landschaft und genau jene Strassen, die rund um Lugano in besonders schöner Zahl vorhanden sind.