Von Dennis Schneider
Grosse Jubiläen enden gern in Pathos. Bei Audi führt der 50. Geburtstag des Fünfzylinders stattdessen zu einem Auto. Der RS 3 competition limited ist eine auf 750 Exemplare limitierte Sonderserie, erhältlich als Sportback und Limousine, und klar als Sammlerstück positioniert. Nicht als blosse Randnotiz, sondern als bewusst gesetzte Erinnerung daran, welcher Motor in Ingolstadt bis heute Kultstatus geniesst.
Im Mittelpunkt steht der bekannte 2,5-Liter-TFSI-Fünfzylinder mit 400 PS und 500 Nm. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der kompakte RS in 3,8 Sekunden, Schluss ist erst bei 290 km/h. Interessant ist dabei nicht nur die Leistung, sondern auch der Auftritt: Die typische Zündfolge und die RS-Sportabgasanlage mit variabler Klappensteuerung sollen genau das liefern, was Käufer eines solchen Modells erwarten – nicht bloss Tempo, sondern auch akustischen Charakter.
Entscheidender ist allerdings, dass Audi die Sonderedition technisch ernster nimmt als viele Hersteller ihre Jubiläumsmodelle. Der RS 3 competition limited erhält erstmals ein Gewindefahrwerk, dazu einen steiferen Hinterachsstabilisator, serienmässige Keramikbremsen und den Torque Splitter. Die Dämpfer lassen sich dreifach einstellen, also nicht nur kosmetisch, sondern tatsächlich fahrdynamisch relevant. Optional sind zudem Pirelli P Zero Trofeo R Semi-Slicks erhältlich. Das zeigt recht klar, wohin die Reise geht: weniger Schaustück, mehr Präzision.
Auch optisch gibt sich das Modell nicht mit ein paar Alibi-Details zufrieden. Carbon-Elemente an Front, Seitenschwellern, Spiegelkappen, Heckspoiler und Diffusor, neue Flics an der Front sowie 19-Zoll-Räder in Neodymgold matt sorgen für einen Auftritt, der unmissverständlich als Sondermodell lesbar sein soll. Besonders markant ist die exklusive Lackierung in Malachitgrün, die auf den Sport quattro verweist. Alternativ stehen Daytonagrau und Gletscherweiss matt zur Wahl. Selbst die Lichtsignatur beim Öffnen und Schliessen zitiert die Zündfolge des Fünfzylinders.
Im Innenraum setzt sich dieser Ansatz fort. RS-Schalensitze, neodymgoldene Akzente, ingwerweisse Kontrastnähte und die fortlaufende Nummerierung in der Mittelkonsole machen keinen Hehl aus dem Sonderstatus. Dazu kommen spezielle Projektionen beim Einsteigen, weisse RS-Anzeigen im virtual cockpit plus und Performance-Daten im Zentraldisplay, etwa zu Reifentemperaturen, Drehmoment, G-Kräften oder Rundenzeiten. Audi inszeniert diese Edition also nicht einfach als üppiger ausgestatteten RS 3, sondern als eigenständige Variante mit möglichst viel Wiedererkennungswert.
Die Auslieferungen in Europa starten Mitte 2026. Für die Schweiz nennt Audi bislang einen Einstiegspreis von 127 820 Franken für den RS 3 Sportback competition limited. Ein separater Schweizer Preis für die Limousine ist derzeit noch nicht ausgewiesen.
Damit ist der RS 3 competition limited vor allem eines: eine Jubiläumsedition, die nicht nur über Geschichte spricht, sondern sie technisch und gestalterisch übersetzt. Audi feiert hier nicht irgendeinen Motor, sondern einen der letzten echten Charakterdarsteller im eigenen Programm. In einer Zeit, in der Performance oft erstaunlich glatt verpackt wird, ist das fast schon die eigentliche Botschaft dieses Sondermodells.