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    Neue C-Klasse: Mercedes setzt seinen wichtigsten Namen unter Strom

Von Dennis Schneider (Text)

Die C-Klasse war bei Mercedes nie bloss ein Modell. Sie war über Jahrzehnte die vernünftige Form des Prestiges: gross genug für den Aufstieg, zurückhaltend genug für den Alltag und erfolgreich genug, um für die Marke weit mehr zu sein als nur Mittelklasse. Genau deshalb ist diese Neuheit so bemerkenswert. Mercedes elektrifiziert nicht irgendeine Randfigur, sondern eine seiner tragenden Baureihen – und nennt das Ergebnis ganz unmissverständlich die erste elektrische C-Klasse.

Der interessante Punkt dabei: Dieses Auto will kein futuristischer Fremdkörper sein. Es soll ausdrücklich eine C-Klasse bleiben – mit Eleganz, Komfort und dem vertrauten Premium-Gefühl, nur eben ohne klassischen Verbrenner unter der Haube. Mercedes versucht also nicht, die Baureihe neu zu erfinden, sondern ihren Kern auf Strom weiterzuführen. Das wirkt weniger wie Revolte als wie ein sehr kontrollierter Machtwechsel.

Zum Start fährt der C 400 4MATIC elektrisch vor, und der gibt sich nicht mit höflicher Zurückhaltung zufrieden. 490 PS (360 kW), 800 Nm, 0 bis 100 km/h in 4,0 Sekunden und bis zu 762 Kilometer WLTP-Reichweite sind Werte, mit denen Mercedes klar macht, wohin die Reise gehen soll. Geladen wird mit bis zu 330 kW DC, in zehn Minuten sollen bis zu 325 Kilometer Reichweite nachfliessen, von 10 auf 80 Prozent geht es in 22 Minuten. Das ist nicht die Sprache des Verzichts, sondern die des Anspruchs.

Auch beim Raumangebot will die elektrische C-Klasse nicht nach Speziallösung aussehen. Der Radstand wächst auf 2962 Millimeter, der Kofferraum fasst 470 Liter, dazu kommt ein 101 Liter grosser Frunk. Selbst bis zu 1,8 Tonnen Anhängelast stehen im Lastenheft. Mercedes weiss ziemlich genau, wo das Publikum dieser Baureihe empfindlich wird – und versucht, genau dort gar keine Debatte erst aufkommen zu lassen.

Dazu passt der Auftritt. Coupéhafte Silhouette, GT-Heck, beleuchteter Grill mit 1050 illuminierten Dots, Stern-Grafiken in den Leuchten – die neue elektrische C-Klasse will gesehen werden. Im Innenraum geht es mit dem MBUX Hyperscreen weiter, also mit einer grossen, bildschirmübergreifenden Glasfläche, die sich fast über die gesamte Breite des Cockpits zieht. Dazu kommt MB.OS, das neue Mercedes-Benz Operating System, also das hauseigene Betriebssystem, das Infotainment, Fahrzeugfunktionen und Over-the-Air-Updates steuert. Ergänzt wird das Ganze durch Highend-Sitze, Wärmepumpe, Hinterachslenkung und auf Wunsch Airmatic. Mercedes verpackt den Technologiewechsel nicht als nüchterne Pflichtübung, sondern als Aufwertung. Oder anders gesagt: Die C-Klasse soll elektrisch werden, ohne dabei auch nur einen Moment nach Sparprogramm auszusehen.

Noch offen ist dagegen, was viele zuerst wissen wollen: Preis und Marktstart. Für die Schweiz nennt Mercedes derzeit keinen offiziellen Preis; auf der Schweizer Modellseite steht bei der neuen elektrischen C-Klasse bislang lediglich «Bald verfügbar». Beim Zeitplan bleibt die Marke ebenfalls vorsichtig. Offiziell ist nur bestätigt, dass die Markteinführung zunächst in den USA beginnt und weitere Märkte von den jeweiligen regulatorischen Bedingungen abhängen. Einen konkreten Termin für die Schweiz oder für Europa nennt Mercedes derzeit nicht.

Weitere Varianten mit Heck- und Allradantrieb sollen folgen. Darunter ist auch ein Modell mit Hinterradantrieb angekündigt, das auf eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern kommen soll. Klar ist schon jetzt: Für Mercedes ist diese C-Klasse weit mehr als ein neues Elektroauto. Sie ist der Versuch, eines der wichtigsten Modelle der Marke in die nächste Ära zu tragen, ohne den vertrauten Klang des Namens zu verlieren. Und genau deshalb schaut die Branche hier genauer hin als sonst. 

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