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    Der neue BMW 7er bringt die Oberklasse ins digitale Zeitalter

Von Dennis Schneider (Text)

Der BMW 7er war nie dafür gedacht, im Verkehr unauffällig mitzuschwimmen. Er war immer Bühne, Labor und Statussymbol zugleich – mal elegant, mal protzig, mal beides. Mit der neuen Generation schiebt BMW seine grosse Limousine nun wieder stärker in Richtung Zukunft: weniger klassische Oberklasse, mehr digitale Kommandozentrale auf Rädern.

Technisch ist der neue 7er ein wichtiger Schritt für die Marke. Er übernimmt als erstes bestehendes BMW-Modell zentrale Technologien der Neuen Klasse und bringt damit eine neue Software- und Bedienarchitektur in die Luxusklasse. Die Weltpremiere fand kürzlich im April statt, der Marktstart ist für Juli dieses Jahres vorgesehen. In der Schweiz soll der neue 7er ab Ende Mai bestellbar sein.

Äusserlich bleibt BMW der Linie treu: zurückhaltend wird dieser 7er nicht. Die Front wirkt klarer und geschlossener, die beleuchtete Niere und die schmalen Kristallleuchten geben dem Wagen einen markanten Auftritt. Die Carrosserieflächen sind reduzierter gezeichnet, das Heck wirkt aufgeräumter. Das Ganze soll weniger Barock, mehr Hightech sein – auch wenn ein 7er natürlich nie ganz ohne grosse Geste auskommt.

Im Innenraum rückt BMW das digitale Erlebnis deutlich stärker in den Mittelpunkt. Hinter dem Begriff Panoramic iDrive steckt das neue Bedienkonzept: Wichtige Informationen werden nicht mehr nur auf einem klassischen Display angezeigt, sondern breiter und näher am Sichtfeld des Fahrers ausgespielt. Das Operating System X ist dabei das digitale Betriebssystem im Hintergrund – also gewissermassen das Gehirn, das Navigation, Fahrzeugfunktionen, Sprachsteuerung, Apps und Online-Dienste miteinander verknüpft. Für den Beifahrer gibt es zusätzlich einen eigenen Passenger Screen. Heisst: Auch vorne rechts kann man Informationen abrufen, Medien bedienen oder digitale Inhalte nutzen, ohne ständig im Hauptmenü des Fahrers herumzutippen.

Im Fond wird es nochmals grossformatiger: Der Theatre Screen verwandelt den hinteren Teil des 7ers auf Wunsch in ein kleines Privatkino, inklusive Streaming, Gaming und Video-Calls. Der 7er bleibt damit zwar eine Luxuslimousine mit Leder, Ruhe und viel Platz. Aber BMW verschiebt den Schwerpunkt klar: Komfort bedeutet hier nicht mehr nur weiche Sitze und gedämpfte Geräusche, sondern auch Software, Unterhaltung und digitale Vernetzung. Wer hinten sitzt, soll nicht einfach ankommen. Er soll unterwegs arbeiten, abschalten oder sich gepflegt aus der Aussenwelt ausloggen können.

Beim Antrieb bleibt BMW bewusst breit aufgestellt. Es wird weiterhin Benziner, Diesel, Plug-in-Hybride und vollelektrische i7-Varianten geben. Im Fokus steht zum Start besonders der neue BMW i7 60 xDrive mit 544 PS (400 kW), Allradantrieb und einer elektrischen Reichweite von bis zu 727 Kilometern nach WLTP. Geladen wird mit bis zu 250 kW. Das Modellprogramm reicht später bis zum i7 M70 xDrive mit 680 PS (500 kW), doch die wichtigere Botschaft ist eine andere: BMW will den 7er nicht auf eine Antriebsart festlegen.

Auch fahrdynamisch soll die grosse Limousine mehr bieten als gedämpftes Dahingleiten. Serienmässig ist eine adaptive 2-Achs-Luftfederung an Bord, optional kommen Integral-Aktivlenkung und aktive Wankstabilisierung dazu. Dazu baut BMW die Assistenzsysteme weiter aus. Der Autobahnassistent ermöglicht freihändiges Fahren bis 130 km/h, der neue City-Assistent soll erstmals navigationsgeführte Fahrten im Stadtverkehr unterstützen.

Schweizer Preise nennt BMW derzeit noch nicht. Klar ist aber: Der neue 7er wird ab Ende Mai bestellbar sein, die ersten Auslieferungen sind für Juli geplant. Weitere Varianten folgen im Herbst. Damit bleibt der 7er, was er seit Jahrzehnten ist: nicht einfach ein grosses Auto, sondern ein rollender Ausblick darauf, wohin BMW seine Technik treiben will.