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    Offenbar GT3: Porsche gibt dem Puristen frische Luft

Porsche nimmt dem GT3 das Dach weg und erstaunlicherweise nicht den Charakter. Der neue 911 GT3 S/C bleibt ein kompromissloser Elfer für Fahrer, die Drehzahl, Handschaltung und unmittelbare Rückmeldung höher gewichten als Komfortfragen, die in dieser Liga ohnehin niemand ernsthaft stellt.

Gerade deshalb ist dieses Modell mehr als nur ein weiteres Cabriolet im 911-Programm. Der GT3 gilt seit jeher als jener Elfer, der Rennstrecken-Technik mit Strassenzulassung verbindet: leicht, direkt, hochdrehend, auf Präzision getrimmt. Der GT2 und vor allem der GT2 RS stehen zwar ebenfalls für extreme Performance, folgen mit Turbo-Power und brachialerer Auslegung aber einer anderen Idee. Der GT3 bleibt der Purist – und genau deshalb wirkt ein offenes Derivat auf den ersten Blick überraschend, auf den zweiten aber fast schon folgerichtig.

Ganz neu ist die Idee dennoch nicht. Schon der 911 Speedster von 2019 und später der 718 Spyder RS zeigten, wie gut ein frei saugender GT-Motor und offenes Fahren zusammenpassen. Der neue 911 GT3 S/C geht nun einen Schritt weiter: Er ist der erste 911 GT3 mit vollautomatischem Cabriolet-Verdeck und zugleich die einzige offene Variante der aktuellen 911-Baureihe. Porsche macht daraus kein nostalgisches Kleinserien-Spielzeug, sondern ein reguläres Modell für Kundinnen und Kunden, die den GT-Gedanken noch unmittelbarer erleben wollen.

Im Heck arbeitet der bekannte 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 510 PS (375 kW) und 450 Nm, der bis 9’000 U/min dreht. Geschaltet wird ausschliesslich per manuellem Sechsgang-Getriebe. Der 911 GT3 S/C beschleunigt in 3,9 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 313 km/h. Das vollautomatische Stoffverdeck öffnet und schliesst in rund zwölf Sekunden bis 50 km/h, das Windschott lässt sich bis 120 km/h bedienen.

Damit das offene Konzept nicht in weichgespülter Cabrio-Romantik endet, hat Porsche beim Leichtbau tief ins Regal gegriffen. Fronthaube, Kotflügel und Türen bestehen aus CfK, also kohlefaserverstärktem Kunststoff – einem besonders leichten und zugleich sehr steifen Verbundwerkstoff, der im Sportwagenbau hilft, Gewicht zu sparen und die Struktur präzise zu halten. Dazu kommen Magnesiumräder und weitere Leichtbau-Komponenten aus dem 911 S/T. Unterm Strich bringt der Zweisitzer 1497 Kilo auf die Waage.

Genau darin liegt auch die Absicht dieses Modells. Porsche will den GT3 nicht entschärfen, sondern emotional zuspitzen. Das offene Dach soll den Charakter des Hochdrehzahl-Saugers noch direkter erfahrbar machen – akustisch, fahrerisch, sinnlich. Der 911 GT3 S/C zielt damit weniger auf die letzte Zehntelsekunde auf dem Rundkurs als auf jene seltene Mischung aus Präzision, Leichtigkeit und mechanischer Nähe, die auf einer kurvigen Landstrasse oft mehr Eindruck hinterlässt als jede Stoppuhr.

Optisch setzt Porsche den offenen GT3 eigenständig in Szene, auf Wunsch mit dem Street Style Paket, das die ohnehin expressive Linie nochmals betont. In der Schweiz startet der 911 GT3 S/C bei 303 800 Franken, das Street Style Paket kostet 34 080 Franken. So gesehen ist dieses Auto kein Ausflug aus der GT-Welt, sondern ihre neue, sehr konsequente Variante unter freiem Himmel. 

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