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    Fahrbericht: Suzuki Vitara mit Turbo, Automatik und Allrad

Von Heinz Schneider (Text) und Dennis Schneider (Fotos)

Seit 1988 wildert Suzuki mit dem Vitara im SUV-Revier – lange bevor das Wort «Lifestyle-Crossover» in jeder zweiten Werbebroschüre klebte wie Kaugummi. Vier Generationen später ist der Vitara immer noch das, was man ihm seit jeher zugutehält: kompakt, technisch grundsolide, preislich bodenständig – und sogar mit einem Hauch Abenteuer-Aura.

Nun gibts ihn wieder in einer Allrad-Kombination, die viele Freunde klassischer Antriebslogik aufhorchen lässt: Mit 1,4-Liter-Turbobenziner (Boosterjet), Sechsstufen-Wandlerautomatik und angenehmen Überraschungseffekt – denn der überarbeitete Vierzylinder hängt deutlich motivierter am Gas als sein Vorgänger.

Benzindirekteinspritzung, ladeluftgekühlter Turbolader, mehr Drehmoment im unteren Drehzahlbereich – die Zutatenliste liest sich wie das kleine Einmaleins für «schiebt früh, meckert nie». Und genau so fühlt es sich an: Man rollt gelassen an, tippt an, und der Vitara kommt mit spürbar mehr Nachdruck aus dem Keller, ohne gleich in hektisches Hochdrehen zu verfallen. Alles wirkt kräftiger, entspannter, erwachsener.

Dazu passt die Automatik erstaunlich gut. Wandlerautomatik ist ja heute fast schon ein Statement – ein bisschen wie eine mechanische Uhr im Zeitalter der Smartwatch. Und hier macht sie genau das, was man sich wünscht: Sie schaltet leise, sanft und so unauffällig, dass man sie schnell als selbstverständlich hinnimmt. Keine zackigen Gangwechsel, kein nervöses Suchen, keine «Jetzt mach doch endlich!»-Momente.

Als stiller Mitspieler sitzt zudem ein 48-Volt-Mildhybrid-System im Hintergrund. Integrierter Starter-Generator, Lithium-Ionen-Akku – und ein Elektromotor, der beim Beschleunigen mit 16 PS und 50 Nm unterstützt und beim Verzögern Energie zurückholt. Das macht sich im Fahrgefühl bemerkbar: Anfahren und Zwischenspurts wirken eine Spur geschmeidiger, das Ganze fühlt sich wie mit einem kleinen, höflichen Rückenwind an. Kein elektrisches Fahren, keine Wunder – aber eine sinnvolle, kaum spürbare Hilfe, die genau dort anschiebt, wo man im Alltag eben oft unterwegs ist.

Unser Testwagen ist serienmässig mit Allrad unterwegs – bei Suzuki heisst das «Allgrip Select». Und das System ist angenehm ehrlich: vier Fahrmodi, wählbar per Push-Drehregler auf der Mittelkonsole. Dazu eine klare Anzeige im LCD-Farbdisplay in der Mitte der Instrumentengruppe, damit man nicht im falschen Modus den Helden spielen muss. Das Programm «Auto» fährt sich unauffällig, «Sport» wirkt wacher, «Snow» beruhigt die Füsse bei rutschiger Lage, und «Lock» ist der Modus für jene Momente, in denen man merkt, dass sich der Feldweg zum veritablen «alpinen Trampelpfad» entwickelt.

Innen zeigt sich der Vitara angenehm pragmatisch. Die Sitze sind überaus bequem, vorne gibts eine verschiebbare Mittelarmlehne mit Staufach. Auch die Ausstattungsliste liest sich angenehm: Berganfahrhilfe, Bergabfahrassistent, vier elektrische Fensterheber, ein in Höhe und Länge verstellbares Lenkrad mit Schaltwippen, umklappbare Vordersitze – und ein elektrisches Panorama-Glasschiebedach mit verstellbarer Sonnenblende. «Da ist alles drin und dran» trifft es ziemlich gut.

Preislich liegt unser Testwagen mit Automatik bei 37 490 Franken. Wer optisch noch eins draufsetzen will, kann eine Zweiton-Lackierung für 490 Franken ordern, Metallic- und Pearlfarben stehen mit 790 Franken in der Liste. Dazu kommen Garantieverlängerungen bis fünf Jahre oder – falls man im Innenraum gern einen Hauch Lounge statt Nutzwert hätte – Ledersitze für 2100 Franken.

Am Ende der Probefahrt bleibt ein sehr angenehmer Eindruck hängen: Der Vitara ist kompakt, gut motorisiert, angenehm automatisiert und mit seinem Allgrip-System vielseitiger, als es viele weichgespülte Stadt-SUVs je sein wollen. Ein Auto, das seine Stärken nicht mit Showeffekten bewirbt, sondern im Alltag ausspielt – und genau deshalb als Alternative wieder interessant wird. Man steigt aus und denkt: Der kann mehr als nur geschniegelt zu wirken. Und das ist, in dieser Klasse, fast schon ein Kompliment mit Seltenheitswert. 

  

Suzuki Vitara 1.4 Compact Top Hybrid 4x4 Automat
Preis ab 37 490 Fr.
16V-Motor, Mildhybrid R4 Turbo / 1373 ccm
Leistung 110 PS bei 4400 U/min
Drehmoment 235 Nm ab 2000 U/min
Antrieb / Getriebe 4x4, Automatik
0 – 100 / Spitze 11,0 Sek. / 180 km/h
Verbrauch (WLTP) 6,4 l / 100 km
Effizienzkategorie / CO₂ E / 144 g/km
Leergewicht ca. 1350 Kilo
Länge / Breite / Höhe 4,18 / 1,77 / 1,60 m
Bodenfreiheit 17,5 cm
Kofferraum 362 bis 1119 l
Anhängelast 1200 Kilo