Von Heinz Schneider (Text)
Bei Peugeot stand das Vergnügen schon immer ziemlich weit oben im Pflichtenheft. Nun wird dieser Anspruch auf einen Passagier ausgedehnt, der zwar selten beim Tanken hilft, dafür aber zuverlässig Haare auf den Sitzen verteilt: auf «Waldi», oder «Bello». Der gemeinsam mit dem Stellantis Design Studio entwickelte Peugeot e-5008 Dog Edition zeigt, wie ein Familienauto aussehen könnte, wenn der Vierbeiner bei der Gestaltung ein gewichtiges Wörtchen mitzubellen hätte.
Die Grundidee ist so einfach wie originell: Wie erlebt eigentlich ein Hund eine Autofahrt? Menschen achten auf Reichweite, Sitzkomfort und Ablagefächer. Hunde interessieren sich eher für Gerüche, gute Aussicht und die Frage, ob im Kofferraum noch Platz für ein anständiges Nickerchen bleibt.
Hunde sind heute längst vollwertige Familienmitglieder. Sie begleiten ihre Menschen beim Einkaufen, auf Wochenendausflügen und selbstverständlich in die Ferien. Mehr als die Hälfte der Halter grosser SUVs besitzt auch einen Hund. Der fünfsitzige e-5008 mit seinem grosszügigen Innenraum und dem geräumigen Kofferraum bietet deshalb eine passende Basis für Familien mit Kindern, Gepäck und mindestens einem Vierbeiner, der grundsätzlich dort liegen möchte, wo er gerade im Weg ist.
Für die Dog Edition wurde nicht einfach ein Schutzgitter montiert und danach Feierabend gemacht. Die Designer wechselten konsequent die Perspektive. Farben, Materialien, Geräusche und Raumgefühl wurden auf die Wahrnehmung eines Hundes abgestimmt. Beruhigende Blautöne treffen auf gelbe Akzente, die Hunde besonders gut erkennen können. Weiche und rutschfeste Oberflächen sollen dafür sorgen, dass auch bei schwungvoll gefahrenen Kreiseln niemand unfreiwillig durch den Innenraum schlittert.
Eine modulare Matratze begleitet den Hund während der ganzen Reise. Sie lässt sich im Kofferraum, auf der Rückbank oder bei einer Pause im Freien verwenden. Am Ziel wird daraus ein Hundebett. Der Wechsel zwischen Zuhause, Auto und Ferienwohnung dürfte damit deutlich entspannter verlaufen – zumindest bis irgendwo eine Katze auftaucht. Für Freunde des klassischen Fahrtwinds gibt es zudem eine Fenster-Kopfstütze. Darauf kann der Hund bequem seinen Kopf ablegen, die Landschaft beobachten und mit flatternden Ohren den Eindruck erwecken, er habe die Reise persönlich geplant.
Zum Konzept gehören ausserdem ein vernetztes Hundegeschirr, Taschen für Hund und Mensch, Schutzverkleidungen, integrierte Fressnäpfe und ein Spielzeug. Selbst ein Haustierföhn ist vorgesehen. Er wird über Vehicle-to-Load mit Strom versorgt und unter dem Kofferraumboden verstaut. Praktisch nach einem Spaziergang im Regen – oder nach jenem kurzen, aber entschlossenen Abstecher in den schlammigsten Bach der ganzen Region.
Der Modus «Dog Guardian» hält die Temperatur im Innenraum angenehm, erlaubt die Überwachung aus der Ferne und informiert die Besitzer, falls der Hund kurz allein im parkierten Fahrzeug bleibt. Mit «Dog Retriever» kann der e-5008 einen speziellen Ton abspielen, um einen ausgebüxten Hund zurückzurufen. Das Fahrzeug erkennt ihn bei der Rückkehr und erleichtert den Einstieg. Ob der Vierbeiner darauf hört, bleibt selbstverständlich eine Frage seines Charakters und der Qualität der mitgeführten Guetzli.
Der Peugeot e-5008 Dog Edition bleibt ein Einzelstück und ist vorderhand nicht für die Serienproduktion vorgesehen. Als rollendes Designlabor untersucht er mit Kreativität und Humor, wie Familienmobilität auch aus tierischer Sicht funktionieren könnte. Denn manchmal braucht es für neue Ideen keinen weiteren Bildschirm – sondern lediglich eine kalte Schnauze am Seitenfenster.