Von Dennis Schneider (Text)
Eine Lackiererei frisst mehr Energie als ein halbes Dorf. Klingt übertrieben? Laut Axalta stammen satte 12 % aller CO₂-Emissionen eines Autos nicht von der Strasse, sondern bereits in der Lackiererei.. Beim Online-Infoanlass vom 27. August 2025 zeigte sich: Wer jetzt in Effizienz investiert, spart nicht nur Strom und Kosten, sondern steigert auch sein Image.
Fördergeld statt Lippenbekenntnisse
Die EBP-Projektleiter Luca Stauss und Helena Uthoff machten klar: Energieeffizienz ist längst nicht mehr nice-to-have, sondern gesetzlich festgehalten. Das Schweizer Energiegesetz strebt eine Reduktion des Pro-Kopf-Stromverbrauchs um 13 % von 2000 bis 2035 an. Klingt ambitioniert – und ist es auch. Damit Betriebe nicht in der Bürokratie stecken bleiben, bietet EBP schlanke Förderprogramme wie «ColorWatt» für Carrosserie- und Autohäuser.
Die Logik ist simpel: Wer alte Technik durch effiziente Systeme ersetzt, erhält bis zu 30 % der Investitionskosten zurück. Der Antrag läuft per Mail, die Prüfung dauert kaum länger als eine Offert-Anfrage. Klingt fast zu einfach? Genau das ist der Punkt: schneller Prozess, reale Wirkung.
Zahlen, die überzeugen
Falcone GmbH: Austausch von 24 Leuchtstoffröhren gegen LED → 60 % weniger Stromverbrauch, rund 17’000 kWh jährlich gespart.
Carrosserie Moderne Reynard SA: Neuer Druckluftkompressor → 55 % Einsparung, rund 9’300 kWh weniger pro Jahr.
DIMAB Groupe: Ersatz einer über 20 Jahre alten Lackieranlage → rund 105.500 kWh pro Jahr eingespart, Förderbeitrag: 23’741 Franken.
Rechnet man das hoch, amortisieren sich Investitionen schneller, als man den Begriff «Kostendruck» aussprechen kann.
Lackierkabinen unter Strom – IR-Technology zeigt Alternativen
Laurent Schwendeler von IR-Technology bringt es auf den Punkt: Lackierkabinen sind die Herz-Lungen-Maschine der Carrosserie – nur leider mit einem riesigen Stromhunger.
Mit modernen Kabinen, LED-Lichtsystemen, Sparschaltungen mit Frequenzumrichtern, Wärmerückgewinnung und hocheffizienten Ventilatoren lassen sich innerhalb von neun Jahren über 120'000 Franken an Energiekosten einsparen.
Der Clou: Mit Partner Blowtherm liefert IR-Technology massgeschneiderte Lösungen für Autos bis Flugzeuge. Energieeffizienz wird so nicht zum Zwang, sondern zum Wettbewerbsvorteil.
Axalta bringt Tempo ins Spiel
Doch selbst die effizienteste Kabine bleibt ein Kostenfaktor, wenn die Prozesse dahinter träge sind. Hier setzt Axalta mit dem «Standox Xtreme System» an: bis zu 50 % weniger Energiebedarf, 25 % kürzere Kabinenzeit, 30 % weniger Arbeitszeit. Klingt nach Marketing? Die Success Story AMAG Retail spricht eine andere Sprache: 46 % weniger Energie, 18 % weniger Material, 30 % Reduktion der Prozesszeit.
Die Botschaft des Infoanlasses ist eindeutig: Lackierbetriebe, die weiter mit alten Kabinen arbeiten, zahlen nicht nur bei der Stromrechnung drauf. Sie riskieren auch Wettbewerbsnachteile und ein verstaubtes Image. Effizienz ist keine Frage der Moral, sondern der Marge.
Oder zugespitzt: Entweder die Kabine frisst Strom –oder der Betrieb frisst Fördergeld. Die Wahl liegt beim Unternehmer.