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    Wenn Farbe Tempo macht: AkzoNobels Blau für 2026

Dennis Schneider (Text)

Blau also. Nicht irgendein Blau, sondern gleich ein ganzer Takt davon. «AkzoNobel» legt für 2026 mit «Rhythm of Blues» seine Farbe des Jahres vor und setzt damit weniger auf laute Effekte als auf Stimmung, Tempo und Emotion. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Mobilität wird komplexer, individueller, widersprüchlicher. Farbe soll dabei nicht mehr dekorieren, sondern vermitteln.

Die Grundlage liefert das «Global Aesthetic Center» von «AkzoNobel», ergänzt durch die jährliche Trendprognose, die gemeinsam mit internen Fachleuten sowie internationalen Architekten, Designern und Journalisten entsteht. Der Blick für 2026 richtet sich auf persönliche Räume und individuelle Geschwindigkeiten – und auf die Frage, wie Farbe emotionale Bindung und kreativen Ausdruck beeinflusst. Nach über drei Jahrzehnten Farbprognose versteht sich «AkzoNobel» dabei weiterhin als Taktgeber, nicht nur im Automobilbereich, sondern auch in Luft- und Raumfahrt sowie der Unterhaltungselektronik. Die «ColorSurfaces-Initiative» übersetzt globale Designströmungen Jahr für Jahr in konkrete Farb- und Materialkonzepte für die Industrie.

«Rhythm of Blues» ist bewusst als Farbfamilie angelegt. Nicht kühl, nicht distanziert, sondern vielseitig einsetzbar, verbindend und offen für Interpretation. Die Idee: Blau als emotionaler Resonanzraum, der Ruhe ebenso zulässt wie Ausdruck. Entsprechend gliedert sich die Kollektion in drei klar differenzierte Töne, die jeweils einen eigenen Charakter tragen. «Long Swing» setzt auf ein tiefes, dunkles Blau, das Stabilität und Gelassenheit vermittelt. «Mellow Flow» bleibt heller, feiner, ausbalanciert – ein Ton zwischen Zurückhaltung und moderner Eleganz. «Free Groove» schliesslich geht nach vorne: lebendig, ausdrucksstark, mit dem Anspruch, Individualität sichtbar zu machen.

Gareth Bryant, Color Design Lead für Automotive und Specialty Coatings, bringt es nüchtern auf den Punkt: In einer beschleunigten Welt reagieren Menschen unterschiedlich. Die einen suchen Fokus und Ruhe, die anderen Gemeinschaft oder den Mut zur freien Gestaltung. Farbe ist dabei immer persönlich – und genau deshalb setzt «AkzoNobel» auf eine Blaupalette, die Designern Spielraum lässt, statt Vorgaben zu machen.

Technisch sind alle drei Farbtöne auf die Anforderungen moderner Fahrzeugentwicklung zugeschnitten. Die Beschichtungen nutzen massgeschneiderte Effekte, die Tiefe, visuelle Bewegung und Haltbarkeit kombinieren. Gedacht sind sie für OEM-Designstudios ebenso wie für Konzeptfahrzeuge und individuelle Reparaturlackierungen. Auch kommerziell zielt die Kollektion auf Flexibilität entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette, vom Entwurf bis zur Instandsetzung.

Parallel dazu rückt das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund – ohne grosse Gesten, aber mit konkreten Ansätzen. Die eingesetzten Technologien sollen Emissionen reduzieren, Material effizienter nutzen und die Lebensdauer der Oberflächen erhöhen. Farbe wird damit nicht nur zum Ausdrucksmittel, sondern auch zum funktionalen Bestandteil eines verantwortungsvolleren Produktdesigns.

Am Ende bleibt ein Werkzeugkasten, kein Dogma. Von der ruhigen Zurückhaltung eines «Mellow Flow» bis zur offenen Haltung von «Free Groove» bietet «Rhythm of Blues» Optionen statt Anweisungen. Farbe als Sprache, nicht als Parole. Oder anders gesagt: Der Takt ist vorgegeben – wie man ihn fährt, bleibt jedem selbst überlassen.