Der Neuwagen glänzt, der Occasionswagen rechnet. Genau dort scheint sich der Schweizer Automarkt derzeit einzupendeln. Das diesjährige AXA Autoranking zeigt: Die Autos auf Schweizer Strassen sind 2025 im Schnitt wieder etwas günstiger geworden. Nach Jahren steigender Fahrzeugpreise liegt der durchschnittliche Wert eines bei der AXA versicherten Personenwagens noch bei rund 48 000 Franken. Im Vorjahr waren es rund 50 000 Franken.

Der Rückgang ist klein, aber bemerkenswert. Denn er passt zu einem Markt, der sich spürbar abgekühlt hat. Jérôme Pahud, Leiter Mobilitätsversicherungen und Mitglied des AXA Kompetenzzentrum Mobilität, sieht darin ein klares Signal: Der schwache Neuwagenmarkt, Sparmassnahmen und die allgemeine Unsicherheit durch geopolitische Spannungen dürften dazu führen, dass weniger neue Autos gekauft und vermehrt günstigere Occasionsfahrzeuge gewählt werden. Das Auto bleibt wichtig, aber es muss offenbar nicht mehr um jeden Preis das neueste Modell sein.

Ganz anders klingt die Geschichte im Kanton Zug. Dort fahren weiterhin die teuersten Autos der Schweiz. Der durchschnittliche Fahrzeugwert beträgt 65 500 Franken und liegt damit rund 35 Prozent über dem Schweizer Schnitt. Auf Rang zwei folgt Schwyz mit knapp 58 000 Franken, dahinter Appenzell Innerrhoden mit 54 500 Franken. Am anderen Ende der Rangliste stehen Jura, Neuenburg und Freiburg. In diesen Westschweizer Kantonen beträgt der durchschnittliche Fahrzeugwert zwischen rund 41 500 und knapp 44 000 Franken. Zwischen Zug und Jura liegen damit über 20 000 Franken Unterschied.

Die Gründe dafür sind weniger überraschend als die Zahlen eindrücklich. In Zug und Schwyz spielt das vergleichsweise hohe Vermögensniveau eine Rolle. Dazu kommt in Zug ein höherer Anteil an Firmenfahrzeugen, der den Durchschnitt zusätzlich anhebt. In Appenzell Innerrhoden dürfte wiederum der grosse Anteil an Mietautos den hohen Fahrzeugwert beeinflussen. Das Ranking zeigt dabei immer Durchschnittswerte. Die Spannweite bleibt gross: vom günstigen Alltagsauto unter 10 000 Franken bis zum Luxuswagen im Millionenbereich. Die ältesten bei der AXA versicherten Fahrzeuge sind sogar über hundert Jahre alt und laufen in der Regel über eine Oldtimer-Versicherung.

Nicht nur der Preis, auch das Alter der Autos erzählt einiges über die Stimmung im Markt. Gegenüber dem Vorjahr sind die Fahrzeuge zwar leicht jünger geworden, der längerfristige Trend zeigt jedoch klar nach oben. 2019 lag das durchschnittliche Fahrzeugalter in der Schweiz bei 8.3 Jahren, 2025 bereits bei 9.7 Jahren. Auch hier zeigt sich: Viele behalten ihr Auto länger oder entscheiden sich bewusst für einen Gebrauchtwagen.

Die jüngsten Fahrzeuge sind im Tessin unterwegs. Dort sind Autos im Schnitt 8.4 Jahre alt. Im Kanton Zug liegt der Durchschnitt bei 8.7 Jahren, im Jura bei 9 Jahren. Die ältesten Fahrzeuge tragen Berner, Schaffhauser und Appenzell Ausserrhoder Nummernschilder: Sie kommen auf 10.3 bis 10.6 Jahre und sind damit rund zwei Jahre älter als die Autos im Tessin.

Die Auswertung basiert auf dem Fahrzeugbestand der AXA per 31. Dezember 2025. Berücksichtigt wurden alle bei der AXA versicherten Personenwagen, inklusive Firmenwagen, jedoch ohne Flottenverträge. Der Fahrzeugwert entspricht dem Katalogpreis inklusive Zubehör. Die durchschnittliche Kilometerleistung stützt sich auf die Angaben, die Versicherungsnehmende beim Vertragsabschluss zur jährlichen Fahrleistung machen.

So entsteht ein recht klares Bild: Die Schweiz fährt weiterhin gerne gut, aber nicht mehr ganz so sorglos teuer. Der Lack darf glänzen, doch unter der Haube zählt wieder stärker die Vernunft.