Carwing-Redaktion (Text)
Abends steht der Wagen vollständig am Strassenrand, morgens fehlen Scheinwerfer, Rückbank oder gleich der Katalysator. In Frankreich ist das längst kein kurioser Einzelfall mehr.
Laut der aktuellen Kriminalitätsbilanz des französischen Innenministeriums wurden 2025 an 95 311 Fahrzeugen Teile oder Treibstoff gestohlen – versuchte Diebstähle mitgerechnet. Die Täter bedienen sich direkt an parkierten Autos, nicht in Lagern oder Produktionsstätten.
Mitgenommen wird praktisch alles: Scheinwerfer, Felgen, Kameras, Stossfänger, Autoradios, Rücksitze, Gurtaufroller und sogar Treibstoff. Offenbar ist kein Teil zu sperrig und keine Schraube fest genug. Die Beute dürfte vor allem über Online-Plattformen, illegale Werkstätten und den grenzüberschreitenden Teilehandel weiterverkauft werden.
Aufgeklärt wird kaum etwas. Von den 2024 erfassten Fällen galten nach drei Monaten lediglich drei Prozent als geklärt, nach einem Jahr fünf Prozent. Für die Geschädigten bleiben beschädigte Halterungen, Carrosseriearbeiten sowie Kosten für Codierung und Kalibrierung.