Carwing-Redaktion (Text)

Beim Neuwagen lockt der Rabatt, beim Rückläufer fehlt das Geld. Britische Leasingfirmen kämpfen mit Elektroautos, deren Verkaufserlöse unter den ursprünglich kalkulierten Restwerten liegen. Das zeigt ein aktueller Bericht der British Vehicle Rental and Leasing Association (BVRLA), des britischen Branchenverbands der Fahrzeugvermieter und Leasinggesellschaften.

Aggressive Neuwagenrabatte, zusätzliche Konkurrenz aus China und britische Absatzvorgaben für emissionsfreie Fahrzeuge verschärfen den Preisdruck. Wird ein neuer Stromer günstiger, verliert auch das vergleichbare gebrauchte Modell an Attraktivität – sofern dessen Preis nicht ebenfalls sinkt. Für Leasinggesellschaften, die vor Jahren mit höheren Wiederverkaufswerten gerechnet haben, kann daraus eine empfindliche Lücke entstehen.

Gleichzeitig fördert Grossbritannien elektrische Firmenwagen über die Besteuerung der Privatnutzung. Im Steuerjahr 2026/27 werden jährlich vier Prozent des Listenpreises als geldwerter Vorteil erfasst. Bei einem Benziner mit 100 bis 104 Gramm CO₂ pro Kilometer sind es beispielsweise 26 Prozent. Auf diesen Betrag bezahlt der Angestellte seine persönliche Einkommensteuer.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel verdeutlicht den Unterschied: Bei 40 000 Pfund Listenpreis und einem angenommenen Einkommensteuersatz von 40 Prozent beträgt diese jährliche Steuer beim Elektroauto 640 Pfund, beim Benziner der genannten Kategorie 4160 Pfund. Die eigentlichen Fahrzeug- oder Leasingkosten kommen hinzu.

Der Anreiz wirkt: Bei vielen britischen Leasinggesellschaften entfallen inzwischen mehr als 90 Prozent der gewerblichen Neubestellungen auf reine Elektroautos. Im privaten Leasingbestand liegt der Elektroanteil dagegen bei 23 Prozent. Der steuerlich begünstigte Flottenmarkt bringt damit zahlreiche Fahrzeuge auf die Strasse, für die später auch genügend Occasionskäufer gefunden werden müssen.

Manche Anbieter wollen ihre Fahrzeuge deshalb bis zu sieben Jahre behalten und über weitere Leasingverträge nutzen. Zusätzliche Einnahmen sollen die schwachen Verkaufserlöse abfedern. Der Wertverlust verschwindet dadurch allerdings nicht: Was beim Neuwagen als günstiges Angebot überzeugt, kann bei der späteren Rücknahme die ursprüngliche Kalkulation durchkreuzen. 

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