Von Heinz Schneider (Text)
Am Sonntag, 30. August 2026, verwandelt sich die Seepromenade in Buochs (NW) in ein Schaufenster skandinavischer Automobilgeschichte. Rund 100 handverlesene Volvo- und Saab-Klassiker sowie Youngtimer aus den Baujahren 1949 bis 2003 geben sich zwischen 11 und 17 Uhr die Ehre.
Wer nun glaubt, einfach mit seinem alten Schwedenstahl vorfahren zu können, irrt. «Heja Sverige» ist kein beliebiges Markentreffen, sondern eine sorgfältig kuratierte Ausstellung. Gezeigt werden nur Klassiker, die vorgängig angemeldet oder eingeladen wurden. Genau diese Auswahl verleiht dem Anlass seinen Charakter: Statt endloser Reihen gleicher Modelle wartet eine abwechslungsreiche Mischung aus liebevoll gepflegten Alltagshelden, seltenen Sammlerstücken und automobilen Exoten.
Organisiert wird die Schau von der «IG Swiss Volvo», die gemeinsam mit der Gemeinde Buochs erneut einen der schönsten Austragungsorte für ein Klassikertreffen in der Schweiz nutzen darf. Direkt am Quai und auf dem Seeplatz bilden die Fahrzeuge mit der Kulisse des Vierwaldstättersees eine Szenerie, die fast schon nach einem schwedischen Werbeprospekt aussieht – nur mit etwas mehr Nidwaldner Charme.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Sonderschauen. Gleich drei Jubiläen stehen im Mittelpunkt: Volvo Amazon (70 Jahre), Volvo 140 (60 Jahre) und 40 Jahre Saab Cabriolet. Dazu gesellen sich Raritäten, die selbst eingefleischte Kenner nicht alle Tage zu Gesicht bekommen. Spannung verspricht auch die Fahrzeugbewertung: Alle starten mit denselben Chancen auf Klassenpreise, Auszeichnungen und den Titel «Best of Show».
«Heja Sverige» ist auch ein Dorffest mit Herzblut. Die Fahrzeuge sollen als rollendes Kulturgut präsentiert werden. In der Festwirtschaft stehen schwedische Köttbullar mit Härdöpfelstock ebenso auf der Speisekarte wie die hierzulande traditionsreiche Bratwurst. Ergänzt wird das Angebot durch einen Verkaufsstand mit Modellautos und Fanartikeln, an dem sich die Leidenschaft für skandinavische Autos auch im Kleinformat mit nach Hause nehmen lässt.
Der Eintritt ist frei. Wer also schon immer wissen wollte, warum Volvo-Fahrer als gelassen gelten oder weshalb Saab bis heute eine der treuesten Fangemeinden der Autowelt besitzt, findet Ende August in Buochs die passende Gelegenheit. Und selbst wer mit schwedischen Autos bisher wenig am Hut hatte, dürfte spätestens nach einem Spaziergang entlang der Seepromenade verstehen, weshalb diese Klassiker auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Ausstrahlung verloren haben.