Carwing-Redaktion (Text) / Fotos: Collector Cars Auction

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet eine 2CV einmal den Preis eines stattlichen Neuwagens erzielt? Bei der Auktion Rétromania in Périgueux wechselte eine Citroën 2CV Sahara von 1963 für umgerechnet 56 000 Franken den Besitzer. Und selbst das war weniger als erwartet: Die Schätzung lag zwischen 66 000 und 84 000 Franken.

Die Sahara ist allerdings keine gewöhnliche Ente. Citroën baute lediglich 694 Exemplare. Zwei Motoren – einer vorne, einer hinten – treiben jeweils eine Achse an und machen den Wagen zu einem technisch ebenso simplen wie eigenwilligen Allradler.

Das versteigerte Fahrzeug trägt die Chassisnummer 0613. Der Lack wurde 2009 erneuert, die Innenausstattung 2011. Der Tacho zeigt 42 200 Kilometer, belegt damit aber nicht die Gesamtlaufleistung. Auch die Frühgeschichte weist Lücken auf. Die behauptete Verbindung zur Familie des früheren Citroën-Managers Pierre-Jules Boulanger ist nicht lückenlos dokumentiert.

Was eine hervorragend belegte Sahara einbringen kann, zeigen andere Verkäufe: 2024 erzielte ein Exemplar von 1965 in Monaco nach heutigem Wechselkurs 135 000 Franken. Bereits 2016 brachte eine aussergewöhnlich originale Sahara mit 11 367 Kilometern und Familienbesitz seit der Auslieferung bei Artcurial umgerechnet 162 000 Franken.

Unklar bleibt, ob die gemeldeten 56 000 Franken den Zuschlag oder bereits den Gesamtpreis darstellen. Laut Verkaufsbedingungen beträgt das Käuferaufgeld 20 Prozent. Wäre die Summe der reine Zuschlag, läge die Käuferrechnung bei 67 000 Franken – mögliche Nebenkosten nicht eingerechnet.

Seltenheit öffnet die Portemonnaies. Lücken in der Geschichte schliessen sie offenbar wieder ein Stück.