Von Heinz Schneider (Text)

Der Ferrari F40 ist nicht einfach ein Supersportwagen, sondern eine Art roter Heiliger mit Heckflügel. Flach, brutal, laut – und bis heute so aufregend, dass selbst moderne Hypercars daneben bisweilen wirken wie sehr schnelle Haushaltsgeräte. Klar also, dass Lewis Hamilton einen besitzen muss. Der Mann hat schliesslich mehr Formel-1-Siege als jeder andere eingefahren und steht heute bei den Italienern unter Vertrag.

«Mein ganz eigener F40», schrieb Hamilton in den sozialen Medien. «Es ist das Auto meiner Träume.» Und diesmal ging es nicht einfach darum, einen makellosen Klassiker aus einer klimatisierten Sammlung zu übernehmen, Schlüssel drehen, lächeln, fertig. Hamilton entschied sich für die romantischere Variante: einen echten Scheunenfund.

«Als ich dieses Exemplar fand, nach mehr als dreissig Jahren in einer Garage und völlig mit Staub bedeckt, wusste ich sofort, dass ich es nach Hause bringen muss», liess Hamilton seine Fans wissen. Für einen normalen Besitzer wäre die anschliessende Wiederbelebung eine grössere Operation geworden. Hamilton hingegen hat einen kleinen Standortvorteil. Er fährt für Ferrari, hat direkten Draht nach Maranello und kennt dort ein paar Menschen, die sich mit alten roten Autos erstaunlich gut auskennen.

Die Spezialisten nahmen sich denn auch mit Begeisterung des F40 an, und arbeiteten ihn Stück für Stück wieder auf. Heute steht er wieder da, als hätte er die vergangenen drei Jahrzehnte nicht verschlafen, sondern lediglich etwas länger Mittagspause gemacht.

Dass Hamilton gerade an diesem Modell hängt, ist leicht nachzuvollziehen. Seit seinem Debüt 1987 gilt der F40 als eine der grossen Ikonen aus Maranello. Er war das erste Serienauto, das die Marke von 322 km/h knackte – und zugleich das letzte, das Enzo Ferrari vor seinem Tod 1988 persönlich absegnete.